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daß noch ein neues Theater entſtehen, wird, und zwar unter dem Namen: théatre des jeunes compositeurs. Um dem Theater Feydeau nicht zu nahe zu treten, ſollen nur Opern von einem
oder zwei Aufzügen ohne Dialog ge⸗
geben, und das Rezitativ, wie bei den Italienern, mit dem Piano begleitet werden.— Neulich iſt Madame Du⸗ pleſſis, Schwiegermutter des bekannten Camille Desmoulins, im 8öſten Jahre geſtorben. Vor ihrem Tode ſtellte ſie ihrem Verwandten, dem Advokaten Maton, die bis jezt nie im Druk er⸗ ſchienene Korreſpondenz von Robespi⸗ erre, Marat, Fouquier-Tinville, St. Juſte, Freron, Mirabeau u. ſ. w. mit ihrem Schwiegerſohne zu. Hr. Maton wird dieſelbe nächſter Tage herausge⸗ ben.— Kürzlich entdekten zu Valen⸗ ciennes die Genieoffiziere, welche den Bau der dortigen großen Kaſerne lei ten, eine mineralogiſche Merkwürdigkeit. Ein weißer Stein nemlich, aus den Brüchen von Hordain, fiel plözlich beim Behauen auseinander, und die beiden Stüke zeigten, auf der einen Seite erhaben, auf der andern vertieft, ei⸗ nen vollkommen abgebildeten Fiſch, der dem Anſchein nach zur Gattung der fliegenden Fiſche, und jedenfalls der vorſündfluthlichen Zeit angehört. Die Offiziere wollen die Seltenheit dem Muſeum zu Valenciennes ſchenken.— Der Baron Cotta, aus Augsburg, der das Recht, eine neue Ausgabe der Werke Göthes zu veranſtalten, für 200,000 Fr. gekauft haben ſoll, hat ſich au den deutſchen Bundestag gewen⸗ det, damit dieſer jede andere neue Aus⸗ gabe der Werke des großen Dichters in allen Bundesſtaaten verbiete. Man ſagt, der Baron Cotta wollte auch bei der franzöſiſchen Regierung um ein ähnliches Privilegium anſuchen; unſere Geſeze werden aber ſchwerlich erlauben, ihm daſſelbe zu gewähren.— In einer
Suppenanſtalt ſtürzte kürzlich das 7jäh⸗ rige Töchterchen des Eigenthümers in einen gewaltigen Topf mit kochender Bouillon, und ſtarb, obgleich ſchnell herausgeriſſen, nach einigen Stunden unter den furchtbarſten Schmerzen. K.
Miszellen.
Mänchen. In der Nacht vom 14. wurde hier abermals bei dem Ge⸗ ſchäfts führer im Birnbaumbräuhauſe eingebrochen, und daſelbſt bei 100 fl. entwendet. Da nun der Schloſſerge⸗ ſelle, welcher nach dem erſten Diebſtahl zur Abänderung des Schloſſes gerufen wurde, erklärte, daß jezt Niemand mehr das Schloß, ſelbſt mit einem Diet⸗ rich öffnen könne, der Einbruch wirk⸗ lich ohne Verlezung der Thüre und des Schloſſes geſchah, er ſelbſt aber, der von Sendling geborne Schloſſergeſelle, von Einigen im Hauſe in der Dunkel⸗ heit bemerkt wurde, ſo fiel der Ver⸗ dacht auf ihn, und derſelbe wurde noch mehr beſtärkt, als man ſeinen Meiſter geſtern Morgens zur Viſitation und Abänderung des Schloſſes geholt hatte, durch den Schreken, den er darüber nicht verbergen konnte. Als nun die Gend'armen geſtern Früh 7 Uhr den Verdächtigen in dem Figergäßchen nach ſeiner Schlafkammer führten, um in ſeiner Gegenwart den Koffer zu öffnen, ſtürzte er ſich plözlich im ten Stoke zum Fenſter hinaus auf die Straße, von wo er mit zerſchmetterten Armen und Kopf in das Krankenhaus gebracht wurde. T. Straßburg. Im Departement Var in Frankreich lebt ein gewiſſer Julian, der durch große Armuth in der Jugend genöthigt wurde, ſelnen Hun⸗ ger mit Gras und Blättern zu ſtillen. Er aß ſie roh und fand ſie endlich ſo ſchmakhaft, daß er noch jezt nichts als


