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Kunst, Eleganz und Mode.
(Achter Jahrgang.)
Halbſähriger Preis 4 fl., mit freier Poſtzu⸗? Man pränumerirt im Kommiſſlonsamt zu Ofen ſendung 5 fl. Auf Velinpapler mit erſten 2(Feſtungsauffahrt), in Ferd. Tomalas Kunſthand⸗ Kupferabdrülken 5 fl. und poſtfrei 6 fl. C. M. f lung zu Peſth und bei allen k. k. Poſtämtern.
Der Eibenbaum von Croiſſey, oder das goldene Kreuz.
(Fortſezung.)
Abends als ſie alle drei um ihr ſparſames Gericht herumſaßen, ohne eſſen zu können, und einander mit Thränen in den Augen anſahen, klopfte man ſtark an die Thür..
„Herein!“ rief der junge Mann und wiſchte ſich ſchnell die Augen ab.
—„Guten Abend! Finde ich hier den Rekruten Eugen Livon?““
„Ja, Herr Unteroffizier.“
„Da!“ ſagte der alte Soldat und warf einen Brief auf den Tiſch.
Eugen las, anfangs langſam, dann im Fluge. Es war ein förmlicher Abſchied. Ganz verſteinert ſah er den Unteroſſizier an.
—„Das heißt, es tritt ein Anderer für dich ein, Rekrut. Es iſt nicht gut, gar nicht, weil der Schnurrbart mit ein wenig Kanonenpulver dich vor— wärts gebracht haben würde. Meinetwegen— du biſt zufrieden.— Gute Nacht!“ Und er wollte gehen.„Bomben und Granaten, ich vergaß,“ ſagte er, indem er umkehrte.„Iſt Chriſtine Livon deine Schweſter?““
„Die da, Herr Unteroffizier,“ ſagte Eugen auf Chriſtine zeigend, die vor Freude ganz blaß geworden war.
„Da iſt auch was für dich, Jungfer.“ Und er warf einen zweiten Brief auf den Tiſch..
Eugen holte eine Flaſche Wein und Gläſer, Louiſe ſchenkte ein und der alte grämliche Unteroffizier trank und ſchwazte. Unterdeß drehete Chriſtine den Brief, an allen Gliedern zitternd, in den Händen herum und ihre Verle⸗ genheit wuchs mit jeder Minute.


