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eine zahlreiche Geſellſchaft italieniſcher Schauſpieler, und ein ausgezeichnetes Vallet⸗Perſonale von Mailand nach Deutſchland reiſen, um dort in den vorzüglichſten Städten, Vorſtellungen zu geben. Sie führen die nötbigen Dekorationen und Coſtumes mit ſich.— Wir haben bier einer ihrer Darſtel⸗ lungen als Generalprobe beigewohnt, und müſſen ihrer Gewandheit volles Lob zollen. Die Schauſpielerinen und Tänzerinen ſind alle ohne Ausnahme ſehr hübſch und alle— wir bürgen da⸗ für— zeichnen ſich durch hohe Sitten⸗ reinheit aus. In wenigen Tagen wer⸗ den dieſe Künſtler in zwei große Kä⸗ ſten gepakt nach Wien geſandt.— Es ſind— Marionetten. Echo.
Korreſpondenk.
Paris(9. Juli). Einer der Aprilangeklagten, Catin mit Namen, weigerte es, ſich vor Gericht zu ſtel⸗ len. Er wolle keine Gewalt der Ge⸗ walt entgegenſezen, ſagte er, er wür⸗ de aber die vollſtändigſte Paſſivität bei ſeiner gewaltſamen Transportirung in Anwendung bringen. Man pakte ihn demnach bei dem Kopf und den Füßen, und trug ihn aus dem Gefängniſſe bis vor die Thür des Sizungsſaales. Hier bat man ihn, er möge ſich ein wenig auf eigenen Füßen bewegen. Aber Ca⸗ tin gab dieſer Einladung kein Gehör. Der Oberſt der Gensdarmerie ließ nun⸗ mehr bei dem Präſidenten um Verhal⸗ tungsbefehle anfragen. Dieſer, welcher dem Volke nicht das Schauſpiel eines zum Verhör geſchleppten Angeklagten geben wollte, mußte Befehl geben, Catin wieder in das Gefängniß zurük⸗ zutragen.— Franzöſiſche Blätter ent⸗ halten einen Artikel über deutſche Ma⸗ lerei, worin ſie jedoch nur von der Chadow'ſchen(Schadow' chen) Schule ſprechen, und der Cornelius' ſchen gar kei
ne Erwähnung thun.— Es hat ſich hier eine Damengeſellſchaft zur Abſchaffung der Sklaverei gebildet.— Ein Englän⸗ der hat ſich eine Kleidung von Aal häu⸗ ten verfertigen laſſen, womit er im größten Regen, ohne naß zu werden, ſpaziren gehen kann. Es fehlt jezt nichts als ein Blizableiter am Hut, um die Sicherheit zu vollenden.— Der berühmte Maler Ingres hat ſeine Di⸗ miſſion als Direktor der franzöſiſchen Schule in Rom eingeſandt, und wünſcht nach Paris zurükzukehren. Allerdings wäre hier durch Gros Tod ein Plaz für ihn offen.— Neulich wurde hier ein ſonderbarer Diebſtahl verübt. Wäh⸗ rend der Kutſcher eines Kabriolets auf ſeinem Size ſchlief, ſpannte man das Pferd aus und führte es fort.— Die Bauernfamilie Graſſel aus Brechtes⸗ gaden läßt ſich im Gymnaſe muſical hören, und erregt großes Aufſehen. Heiterkeit, Bewunderung, En thu ſias⸗ mus, ergriffen abwechſelnd die Gemü⸗ ther der Anweſenden;— ſo heißt es unter Anderm in einem Blatte— Bra⸗ vo's und Lachen ließen ſich durcheinan⸗ der vernehmen.— Am 5. Juli war großes Feſt in dem ſogenannten Bos- quet de la Reine, das niemals dem Publikum geöffnet wurde, und es nur an dieſem Tage auf beſondere Erlaub⸗ niß zugänglich ward. Ball, Konzert
u. ſ. w. fanden ſtatt.—„Iſt's ein
Traum?“ heißt ein neues Luſtſpiel in zwei Akten, welches den Ueberſezern bezeichnet zu werden verdient.— La Prova d'un opera seria, dieſe vor⸗— treffliche Opera-buffa von Onecco, wo⸗ rin die Malibran und Lablache ſo ſehr glänzten, iſt jezt ins Franzöſiſche über⸗ ſezt, und wird nächſtens im Palais⸗ royal in die Szene gehen.— Das neue Drama im Ambigu:„Ango von Dieppe“, hat zwar nach der eeſten Vor⸗
ſtellung viel zu leiden gehabt, fährt
aber deſſen ungeachtet fort, die Kaſſe


