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ſagte:„Meine Unterthanen ſind wie die Kinder, welch e weinen, wenn man ſie reinigen und puzen will.“
Das Wachſen der Blumen und Pflanzen.
Die Pflanzen wachſen am meiſten in der Nacht und bei wolkigem Him⸗ mel; gegen Mittag hört alles Wachsthum auf; zwiſchen dem Morgen und Mittage und zwiſchen dieſem und dem Abende iſt es nur gering. Die Blumen rüken dagegen am Tage mehr vor, und beſonders im Sonnenlichte und in
der Sonnenhize. —
Eitelkeit der Vögel.
Einige Vögel zeigen Geſchmak für das Vergnügen der Eitelkeit. Manche beſehen ſich außerordentlich gern in einem Spiegelchen, das man hinter ihrem Waſſergefäße anbringt, und während ſie auf der Stange ſizen und ſich mit der größten Sorgfalt puzen, bliken ſie oft in den Spiegel und laſſen nicht eher
nach, bis jedes Federchen in der Ordnung iſt.
Leitung der Novitäten und Anfichten.
Literatur.
Wien.„Oeſterreichiſche National Encyklopädie, oder alphabetiſche Darlegung der wiſſenswürdigſten Eigenthümlichkeiten des öſterrei⸗ chiſchen Kaiſerthums, in Rükſicht auf Natur, Leben und Inſtitu⸗ tionen, Induſtrie und Kommerz, öffentliche und Privat-Anſtalten, Bildung und Wiſſenſchaft, Litera⸗ tur und Kunſt, Geographie und Statiſtik, Geſchichte, Genealogie und Biographie, ſo wie auf alle Hauptgegenſtände ſeiner Ziviliſa— tions⸗Verhältniſſe. Im Geiſte der Unbefangenheit bearbeitet.“
Seit 3. Januar d. J. erſcheint un⸗ ter dieſem Titel ein vaterländiſches Werk, großartig in ſeiner Anlage, um— faſſend in ſeinem Inhalte, die wich⸗ tigſten geographiſchen, ſtatiſtiſchen und biſtoriſchen Momente, Inſtktut⸗Anla⸗
gen, Stiftungen und Inſtitutionen des großen Staatenkörpers der öſterrei— chiſchen Monarchie, wie das Leben und Wirken ausgezeichneter Männer und Frauen, ſowohl der Regenten, Feld— herrn und Staatsmänner, als auch der Gelehrten, Künſtler, ja jedes Staats⸗
bürgers enthaltend, der ſich durch nüz⸗
liches, das allgemeine Wohl auf was immer für eine Weiſe förderndes Wirken würdig machte, dem Gedächt— niſſe der Mit- und Nachwelt überlie⸗ fert zu werden. Dem mit einigem Ge⸗ wichte im Buche ſelbſt geltend gemach— ten Grundſaze der Unbefangen⸗ heit getreu, hält ſich das Werk von der, leider ſo allgemein eingeriſſenen Manie des Lobhudelns eben ſo fern, wie von der anderer Seits ebenfalls bis zum Ueberdruſſe im Schwunge ge⸗ henden abſprechenden und haarſpalten⸗ den Krittelei, und ſtellt ſich demnach als parteiloſes, jedoch auch unumwun⸗ denes Ganzes dar; beſtimmt, die rei⸗


