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Mauriſche Trinker.

Zu Marſa und Chamart im Tuneſiſchen gibt es mehrere ſchäͤne Land⸗ häuſer und Gärten, in deren Nähe ſich einige umfangreiche Weinberge befin den, deren Trauben einen ſehr angenehmen Geſchmak haben und einen Wein liefern, der beſonders gut iſt, wenn er 2 oder 5 Jahre lang aufbewahrt wird; allein bei den Tuneſen, die ihn gar zu gern trinken, hält er kaum 3 Wochen oder höchſtens einen Monat aus, nachdem man ihn einmal gekeltert hat. Um zu zeigen, wie ſtarke Trinker die Mohren ſind, führen wir zwei Beispiele an, die ſich dort zutrugen. Der Kadi von Jerbey trank eines Abends zur Abendmahlzeit ganz allein 4 Flaſchen Rum aus, und dies hinderte ihn nicht, gleich darauf wieder auszugehen. Ein anderesmal hatte einer von den Ve dienten des Naſch-Mamluk in einer Stunde eine halbe Jeanne, das heißt ungefähr 22 Flaſchen Wein ausgetrunken; kurz nachher bat er noch, daß man

ihm etwas Rum geben möchte.

Teitung der Novitäten und Anfichten.

Theater.

Berlin(24. Juni). Am 22ten d. M. gab man im königlichen Theater zum erſten Male:Friedrich und Ale⸗ rander, oder: Friedrich I., zweiter Theil, von E. Raupach. Der ge⸗ ſchäzte Dramatiker gibt hier eine Fort⸗ ſezung, welche des Anfangs dieſes Ein⸗ leitungs⸗Cyklus der Hohenſtaufen wür dig iſt, obgleich nicht zu leugnen ſein dürfte, daß der zweite Theil mit dem erſten nicht ganz auf einer Höhe ſteht. Wie der Titel andeutet, geht dies Schauspiel von dem Wiederaufbau Mai lands durch den Lombardenbund bis zu dem Frieden mit Alexander III. Die dramatiſchen Momente liegen hier nicht ſo auf der Hand, wie inFriedrich und Mailand, und wir wollen es da⸗ her dem Dichter nicht zum Vorwurf geſagt haben, daß ſo, wie der zweite Theil noch ohne den dritten daſteht, die Bilder etwas willkürlich aus den vielen Fäden, welche nebeneinander laufen, gebildet zu ſein ſcheinen: Vie⸗ les, z. B. Heinrich der Löwe mit ſei

nem Abfalle, erſcheint nur durchgehend oder angeknüpft, und muß in der Fort ſezung erſt ſeine wahre phyſtologiſche Rechtfertigung und ſeinen natürlichen Schlußpunkt finden. Erſt nach Vollen⸗ dung des ganzen Cyklus kann ein ge⸗ gründetes Urtheil über die Organiſa tion der Totalform gegeben werden. Hier ſei deshalb ſoviel geſagt, daß der Stoff mit gewöhnlichem und längſt an⸗ erkanntem Geſchik vertheilt worden iſt, und in wirkſamer Geſtaltung dem Zu⸗ ſchauer ſich darſtellt. Die Sprache iſt nicht übermäßig blühend, was wir lo⸗ benswerth finden, weil der Dichter in dieſem Punkte nicht ſelten zuviel thut. Friedrich und Alexander ſind beide ih⸗ rem Charakter angemeſſen und mit ent⸗ ſprechender Würde geſchildert. Geſpielt wurde mit Fleiß und Andacht. Mit Herrn Lemm, der ſeinen Friedrich mu⸗ ſterhaft gab, wetteiferte auf eine glük⸗ liche Weiſe Herr Devrient als Alexan⸗ der. Er hatte ſeine Aufgabe wohl er⸗ wogen und führte ſie trefflich aus. Den frommen Mönch ſpielte der immer noch rüſtige Veteran Veſchort auf eine wahr⸗ haft rührende Weiſe. Herr Lemm wur⸗