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mebr äbnlich, als irgend etwas Anderes daneben. Als aber nun auf den Glo kenſchlag„Vier“ Triton mit ſeinen Trabanten ihre ungeheuren Waſſermaſſen emporwarfen, da gerieth Alles in Bewunderung, in Erſtaunen und jauchzende Luſt. Niemand war jedoch vergnügter als Emma bei dem ihr ganz neuen Schauſpiel, denn ſie hatte überdies die Freude gehabt, einen Herrn zu finden, der ſle über jedes Ding und jede Verſon belehren konnte, der ihr ſagte, dieſer ſei ein Herzog, jener ein Graf, und ſo alle zweibeinigen Wunder von ganz Paris durch. Dabei erſchien er als ein ſo angenehmer und wohl geſitteter Mann— es war wirklich eine Herablaſſung von ihm, ſich ſo weit mit ihnen einzulaſſen. Gegen Abend beſtand der Herr darauf, daß ſie alle zuſammen in einem Fiaker den Weg nach Hauſe machten und er allein die Koſten bezahlte; und als er nun mit einem zarten Händedruk und leiſe flüſternd ſie bat, ihm doch zu ſagen, wo er ſie treffen und ſich zu ihren Füßen werfen könnte, da empfand ſie in ihrem Herzen allerdings etwas, das von ihren frühern Gefüh— len verſchleden war. Doch wie konnte ſie ihm ihre! Adreſſe geben, einem ſo ſeinen Manne erzählen, daß ſie auf jenem berüchtigten Plaze wohne— nein, das konnte ſie nicht, aber ſie verſprach, nächſten Sonntagabend ihn im„Jar⸗ din d' Ete“ zu treffen und die ganze Nacht mit keinem Andern zu tanzen. So kam's. Sie traf den Herrn am Sonntage dort, und wieder und wieder, bis ihr Vater anfing, Verdacht zu ſchöpfen; es kam ihm nämlich zu Sinn, an der öftern Abweſenheit ſeiner Tochter, früher etwas ſo ganz Un⸗ gewöhnliches bei ihr, müſſe etwas nicht rechter Art ſein. Der alte Mann liebte ſein Geld, aber ſeine Tochter noch weit mehr. Sie war das bindende Glied in der Kette ſeines Lebens, das ihn nur nach Einem ſtreben ließ; er war bis zur höchſten Leidenſchaftlichkeit in ſeine Frau verliebt geweſen, und nach ihrem Ableben füllte er die in ſeinem Herzen entſtandene Leere durch ſeine Tochter wieder aus: das waren die einzigen Gegenſtände, die er, außer ſeinem Gelde, jemals geliebt hatte. Die Welt verſchrie ihn als einen hab⸗ ſüchtigen, hartherzigen Mann, und er— verachtete die Welt dafür. Deshalb war der alte Mann ſehr bekümmert über die Aufführung ſeiner Tochter. Er fragte Emma, wem ihre wiederholten Beſuche denn gälten, erhielt aber nur die ausweichende Antwort, es ſei wohl ſehr unbedacht von ihr geweſen, daß ſie ihm durch ihre lange Abweſenheit Unruhe verurſacht habe. Das war dem Vater ungenügend und bekräftigte ihn vielmehr in ſeinem Verdachte; er be— ſchloß daher, ſeine Tochter bewachen zu laſſen. Er erreichte ſeine Abſicht durch die hülfreiche Hand eines alten Freundes, der, ſeiner Veſchäftigung nach In— ſpektor genannt, von ſeinen Feinden aber(jeder Menſch hat ja deren einige) Mouchard geſchimpft wurde. Gleichwohl, wie er ſich auch ſelbſt nannte oder nennen laſſen mußte, er übernahm den Auftrag des alten Monette und beob—⸗ achtete das Mädchen auf Tritt und Schritt ſo glüklich, daß er bald zu der Entdekung kam, ihre wiederholten Ausflüge hätten zur Abſicht, einen Mann zu treffen, der eine kleine Streke mit ihr ſpazirte und es unternahm, den Inſpektor, troz ſeiner geprieſenen Schlauheit und Erfahrung, hinter das Licht zu führen. Denken Sie ſich, Freund, einen Jemand, dem von der obern Behörde immer das feine Geſchäft eines Argus übertragen wurde, der durch den Er— ſolg der ſchwierigen und verwikelten Unterneymungen, deren Ausſührung


