Jahrgang 
Band 1 (1835)
Seite
369
 
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Sonnabend, 15. Junk.

Kunst, Eleganz und Mode.

(Achter Jahrgang.)

watblätriger Preis 4 fl., mit freier Poſtzu⸗ 2 Man pränumerirt im Kommiſſtonsamt bie ofen ſendung 5 fl. Auf Belinpapier mit erſten 2(Feſtungtauffahrt), in Ferd. Tomalas Kunſthand⸗ Kupferabdrilken 5 fl. und poſtfret 6 fl. C. M.? lung zu Peſth und bei allen k. k. Poſtämtern.

Eine Großmutter unſerer Zeit.

(Beſchlu ß.)

Von Minute zu Minute wartete alſo Emmeline auf eine off izielle Mittheilung, und ihr Herz klopfte ſtark, als eines Morgens Sophie ihr anzeigte, ihre Großmutter erwarte Sie.

Es iſt das! Ach Gott, es iſt das! Und ihre Kniee wankten, als ſie die Treppe hinabging.

Als ſie in das Zimmer der Frau von Nangis trat, ſank ſie ſogleich auf einen Stuhl; es wirbelte ihr im Kopfe. Mit ſchnellem Blike fragte ſie das Geſicht der Großmutter, aber dies Geſicht ſagte nichts. Sie fuhr fort, mit der größten Ruhe und Kaltblütigkeit an ihrer Stikerei die Faden aus⸗ zuzählen.

Drei.. vier... Emmeline, ſuch' mir einmal offene Seide. Fünf Hörſt du?.. ſechs. ſieben..

Emmeline hatte alle Knäulchen untereinander gemengt, ohne das rechte zu finden.

Acht.. laß mich ſuchen. Du biſt ſo ungeſchikt!

Dann ein langes Schweigen, während Frau von Nangis ihre Blumen dunkelte, und Emmeline erbleichte und zitterte.

Nun, ſagte die Großmutter endlich mit einem ganz gleichgültigen Tone:wie findeſt du den Herrn von Terey? Es kommt die Zeit, wo die Sache endigen muß, und ſobald wir ausgetrauert haben.. Ja, wegen der Trauer, ſieh doch einmal in den Almanach royal; ich glaube wir können die Wollerzeuge ablegen. Aber du antworteſt ja nicht, Emmeline. Wie gefällt dir dein Mann? Gut, nicht wahr?