Jahrgang 
Band 1 (1835)
Seite
353
 
Einzelbild herunterladen

Sonnabend, 6. Juni.

fi r

Kunst, Eleganz und Mode.

(Achter Jahrgang.)

Halblähriger Preis 4 fl., mit freier Poſtzu-? Man pränumerirt im Kommiſſtonsamk zu, ofen lendung 5 fl. Auf Velinpapler mit erſten 2(Feſtungsauffahrt), in Ferd. Tomalas Kunſthand⸗ Kupferabdrülken 5 fl. und poſtfrei 6 fl. C. M.? lung zu Peſth und bei allen k. k. Poſtämtern.

Eine Großmutter unſerer Zeit. 0 Aus dem Franzöſiſchen.) 1.

Sonſt dachte man bei dem Worte Großmutter an eine große Nacht- müze, einen großen Großvaterſtuhl, eine Brille und ein Gebetbuch.

Jezt.. ach jezt iſt es etwas ganz Anderes.

Eine Großmutter iſt ein Weſen, das ſich nicht erklären läßt, ein am⸗ phibiſches Weſen, das auf der Grenze zweier Alter ſteht, und dem Lande, das es verläßt, noch einige Blumen entnimmt, um das damit zu ſchmüken, wohin es kommt.

Eine Grsßmutter unſerer Zeit iſt blos eine Frau, die nicht mehr tanzt und einen Turban trägt, ſtatt Blumen im Haar, deren Ideen aber keine Ver änderungen weiter erlitten haben, die wohl etwas weniger friſch, aber noch eben ſo leicht ſind.

Sonſt war eine Großmutter die Königin des Hauſes, eine in den Tagen des Rheumatismus vielleicht etwas deſpotiſche Königin, deren Szepter aber dem Hirtenſtabe glich, der wohl bisweilen ſchlägt, aber immer ſchüzt.

Jezt.. iſt Alles anders geworden. Das Herz iſt nicht blos auf die rechte Seite verſezt worden, wir haben es ganz weggethan, da es ein apc und oft hinderliches Ding iſt.

Mad. de Nangis war ein Muſter von einer Großmutter des neunzehnten Jahrhunderts, das vollkommenſte Urbild einerjungen alten Frau. Bei ihr war aber die ewige Jugend nichts Lächerliches. Behandelte die Natur ſie we niger bart, oder that die Kunſt mehr für ſie, als für die Andern? Ich weiß es nicht, ſo viel iſt aber gewiß, daß ſie das Siegel auf die glänzendſte Seite