Mittwoch, 3. Juni. 18535.
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Kunst, Eleganz und Mode.
(Achter Jahrgang.)
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Halbjähriger Preis 4 fl.. U freier Poſtzu⸗? Man pränumerkrt im Kommiſſlonsamt zu Ofen ſendung 3 fl. Auf Velinpapier mit erſten(Feſtungsauffahrt), in Ferd. Tomalas Kunſthand⸗ Aupferabdrüken 5 fl. und poſtfrei 6 fl. C. MN. 2 lung zu Peſth und bei allen k. k. Poſtämtern.
Se ſt i n mung.
(Beſchluß.)
Dolcettas Vater war einer jener kräftigen Geſtalten, die das Leben in allen ſeinen Begegniſſen auffaſſen, und mit Ueberlegung darnach handeln, um dem Kummer nicht zu erliegen, und beim Glük ſich nicht zu ſehr zu erheben. In dem Zeitenſturm konnte er hinlänglich von ſeinen Geiſteskräften Gebrauch machen, jedoch ſein ganzes Glük vereinte ſich in der Liebe zu ſeiner Tochter. Nie konnte er ſie von ſich laſſen, und ſo war ſie auch auf der langen Reiſe ſeine Erheiterung, und unbeſchreiblich war ſein Gram, als er ſie im Theater vermißte. Der Greis trug einem Bedienten auf, ihn bei dem Grafen auf eine dringende Unterredung zu melden, welche angenommen wurde.
Als er eingetreten war, und ſich dem Grafen näherte, warf dieſer einen forſchenden düſtern Bliè auf ihn.
„Ertaubt, gnädiger Herr! daß ich im Auftrage Eurer erlauchten Mut⸗ ter mit Euch ſpreche,“ redete ihn der Alte, in franzöſiſcher Sprache an, ſo wie auch Dolcetta ſich ſtets derſelben bediente,„und welcher mich aus Euerem Vaterlande bis hieher brachte.“
„Was kannſt du mir, du Getreuer meines Hauſes, zu ſagen haben, was ich nicht ſchon im voraus erriethe?“ erwiderte der Angeredete.„Du weißt, daß ich Alles vergeſſen möchte, und auch will, was mich an dort erinnert.“
„Doch nicht auch Eure Fürſtin Mutter*“ fragte mit ſchmerzlichem Blik der Greis.„Sollten ihre Thränen— ihre Wünſche kein Gewicht mehr bei Euch haben. Fürſt Nikolsky, ſie ſandte mich an Euch, um Euch zur Rülkehr einzuladen.“


