Jahrgang 
Band 1 (1835)
Seite
341
 
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in Verwirrung gebracht; denn als ſie ihn geöffnet hatten, fanden ſie nicht nur nicht, wie ſie beſtimmt vorausgeſezt, ein ſtark ausgebildetes muſikaliſches Or gan in demſelben, ſondern bemerkten zu ihrem Erſtaunen, daß er gar kei⸗

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Teitung der Novitäten und Anfichten.

Mliszellen.

Agram. Dieſer Tage ward ei⸗ nes Taglöhners Eheweib von geſunden ſtarken Drillingen entbunden dieſes geſchieht wohl noch hie und da, doch merkwürdiger iſt, daß einige Stun den von hier 4 Kinder einer Bäuerin ſchon anderthalbe Jahre leben, was eine große Natur-Seltenheit genannt wer⸗ den kann, welche wenige Beiſpiele auf zuweiſen hat. Zu den phyſtologiſchen Erſcheinungen mancher unverbeſſerlichen Menſchennatur gab es auch hier ohn längſt einen Beleg. Ein Dieb ward nach überſtandner Strafzeit entlaſſen, kaum drei Tage frei, brach er durch ein Fenſter in ein Haus, doch er wurde bemerkt, und man ſchoß nach ihm, wo er auch gleich todt blieb, und ſo ihn das Gericht ſchnell ereilte. H.

Paris. Der bekannte junge un⸗ gariſche Virtuoſe und Kompoſiteur Lißt hat hier bereits einen trefflichen Eleven gebildet. Er heißt Herrmann, iſt erſt 15 Jahr alt und hat ſich neulich in einem Konzert mit vielem Beifall hö⸗ ren laſſen..

London. Ein Arbeiter des Lords Ferrard, der auf einem Gute deſſelben eine Hütte bewohnte, wurde unlängſt von einem weitläufigen Verwandten be⸗ ſucht, und ließ ihn des Nachts bei ſich im Bette ſchlafen. In der Nacht ſtand der Gaſt auf, zog ein Raſirmeſſer aus ſeinem Rok und ſchnitt erſt ſeinem Hauswirthe, dann deſſen Sohn die

Gurgel ab. Lezterer hatte laut auf geſchrieen; dies zog ſeine Mutter und zwei Schweſtern herbei, welche vereint über den Mörder herſielen, ihm nach einem Handgemenge das Meſſer entriſ ſen, und ihm die Beine banden. So⸗ gleich wuede nach der Polizei geſchikt; ehe dieſe aber kam, hatte der Böſewicht ſich losgeriſſen, und war entflohen. Er wurde jedoch in der Nähe nach lebhafter Gegenwehr geſangen genommen. M. München. Ein Jude bot einem Stuzer eine Brille zum Kaufe an. Dieſer nahm die Brille, ſezte ſie auf die Naſe, ſah den Brillenhändler und noch einige andere dabei ſtehende Juden an und ſprach:Ei, das iſt eine ſon⸗ derbare Brille; man ſieht ja dadurch lauter Spizbuben!Erlauben Sie mir, entgegnete der Jude, nahm die Brille, ſezte ſie auf ſeine Naſe, beſah durch ſie den Stuzer und rief aus: Sie haben Recht, mein Herr; und ſie verkleinert auch ſogar! D. Köln. Bei Münſtermaifeld(im Rheinkreiſe) wurden ſeit einiger Zeit aus einem im Felde befindlichen Schaf⸗ pferche Schafe geſtohlen; man glaubte, ſie könnten von einem Wolfe geraubt worden ſein. Der Eigenthümer und der Schäfer bewachten mehrere Nächte hindurch mit geladenen Gewehren un⸗ weit des Pferchs die Schafe, ohne daß ſich Räuber oder Wölfe ſehen ließen. Sie ſezten darauf einige Nächte aus, und es wurde wieder geſtohlen. Da wachten ſie denn abermals, und in ei ner Nacht kam von Ferne eine Geſtalt herzugekrochen, die weder einem Men