Jahrgang 
Band 1 (1835)
Seite
337
 
Einzelbild herunterladen

r

Kunst, Eleganz und Mode.

(Achter Jahrgang.)

E

Dalbläthriger Preis 4 fl., mit freler Poſtzu⸗

Man pränumerirt im Kommiſflonsamt zu Ofen

Kupferabbrllten 5 fl. und poſtfrei 3.. lung zu Peſth und bei allen k. k. Poſtämtern.

2 4 ſendung 5 fl. Auf Velinpapier mit erſten 4(Feſtungsauffahrt), in Ferd. Tomalas Kunſthand⸗ 5 4

Wir erſuchen höflichſt unſere geehrten Leſer, die heute beiliegende Anzeige dieſer Blätter auf das zweite Semeſter d. J. einer gütigen Aufmerkſamkeit und Durchſicht zu würdigen.

Be ſſt i m mung.

Eine Erzählung, aus Originalbrieſen vom Jahre 1832 und 1833 zuſammen⸗ getragen.

An einem trüben, faſt winterlichen Abend, im vorlezten Spaͤtherbſte, ward in Frankreichs Hauptſtadt, im Schauſpiel hauſe der großen OperRo- bert le Diable gegeben. Unter dem Chaos der Theaterbeſucher war auch ein junges Frauenzimmer mit ihrem Vater, deren Schönheit und Anmuth viel Au fmerkſamkeit bei den Anweſenden erregte. Die Art, wie ſie den koſtbaren Spizenſchleier und den reichen Schmuk im Haar, ganz verſchieden von der bierortigen Weiſe trug, bezeichnete ſie als eine Fremde. Eben war die Vor⸗ ſtellung unter ungeheurem Beifall beendet, und das Menſchenmeer wogte durch Thür und Thor hinaus. Im dichten Gedränge wurden die Meiſten im eigent⸗ lichen Sinne des Wortes hinausgetragen, und unwillkührlich mit hinausgedrängt.

Insbeſondere hatten im Theater zwei Herren die liebliche Mädchen ⸗Er⸗ ſcheinung ins Auge gefaßt, wovon der jüngere ihr zur Seite blieb, als ſie im Schwalle der Hinauswogenden von ihrem Vater getrennt ward. Sie be fand ſich nun an den Stuſen der Vorhalle; unbekannt mit dem Lokale, trat ſie fehl und wäre ausgeglitten, hätte nicht der junge Mann an ihrer Seite ſie ſchnell umfaßt und empor gehalten. Dankbar blikte ſie zu ihm auf und ſab