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Leitung der Novitäten und Anfichten.
Miszellen.
Peſt h. Wie ſchon erwähnt, wird Hr. Mechanikus Voigtländer ju— nior mit ſeinem prächtigen in England erbauten Dampfwagen, auf ſeiner Reiſe nach Petersburg, auch Peſth be— rühren. Wie wir nun zuverläſſig hö— ren, wird Hr. Voigtländer in einigen Wochen hier eintreffen. Wir machen unſer Publikum auf dieſe höchſt inte— reſſante Erſcheinung vorläufig aufmerk⸗ ſam, und fügen die Verſicherung hinzu, daß gewiß Jedermann ſeine Wißbegier— de in hohem Grade befriedigt finden wird. l. Paris. Im Palais- Royal be⸗ findet ſich ein Stiefel puzer, der für ſeinen Laden 12000 Franken Mie— the zahlt! Es iſt aber bei ihm Alles aufs Eleganteſte eingerichtet. Die ge- polſterten Size ſind mit Sammet über⸗ zogen, große Spiegel zieren die Wände und für die Kunden werden alle Jour— nale gehalten. Auch werden in dieſem Laden alle zur Stieſelpuzerei nöthigen Requiſiten verkauft, als: Wichſe, Bür⸗ ſten, Stiefel hölzer de. de. R. München. Hier wurde eine Gräfin wegen Mißhandlung ihrer Dienſtboten zu 14 tägiger Feſtungs⸗ ſtrafe verurtheilt und bereits nach der Feſtung Oberhaus abgeführt. Unter andern hat ſie einem Diener Hand und Fuß abgehauen! M. Arras. Der hieſige Maire er ließ neulich, um die Ruhe der Bürger zu ſichern, eine Verordnung, wodurch die Stunde beſtimmt wird, bis zu wel⸗ cher die Handwerker, welche ſich des Hammers bedienen, arbeiten ſollen. Dieſe Handwerker kamen darauf zuſam⸗ men und vereinigten ſich dahin, daß folgender Anſchlag an den Straßeneken
angeklebt werden ſolle:
„Wir Handwer⸗ ker von Arras, welche wir den Hammer brauchen, in Betracht, daß das Fah— den von Wagen und Equipagen in der Nacht die öffentliche Ruhe ſtören kann, beſchließen hiermit: es iſt verboten, nach neun Uhr Abends mit einem Wa⸗ gen auf der Straße zu fahren, weil der Lärm die Ruhe der Handwerker ſtört.“— M. London. Ein Verurtheilter entfloh vor vier Jahren in London, und befand ſich ſeitdem die ganze Zeit über in Frauenkleidern als Dienſtmagd bei einer vornehmen Dame. Vor Kur— zem ſcheint aber doch Verdacht erregt worden zu ſein, denn es ſtellte ſich un⸗ erwartet ein Polizeibeamter in dem Hauſe jener Dame ein, der alle ihre Dienſtleute unterſuchte, und endlich zu der Hausfrau ſagte:„Ihre Magd, My— lady, iſt die Perſon, welche ich ſuche, denn Ihre Magd iſt ein Mann.“ T. Paris. Ein Lederarbeiter, Na— mens Perard zu Paris, der keine Be— ſchäftigung hatte, dachte, ſich ins Ge— fängniß ſezen zu laſſen wäre wohl das beſte Mittel, um für ſeinen Unterhalt zu ſorgen. Um dieſen Zwek zu errei— chen, kam er auf den Einfall, in der Straße Jeruſalem, in Gegenwart meh— rerer Stadtſergenten, an das Thor der Polizeipräfektur einen Zettel anzu— ſchlagen, worauf geſchrieben ſtand: „Nieder mit Ludwig Philipp, dieſem von Gold vollgeſtopften Intriganten!““ Perard erſchien vor der Jury, er er⸗ klärte, welches die Urſache ſeines Be⸗ tragens war, und wurde unmittelbar freigeſprochen. B. Amſterda m. Hier ſind ein Mann und deſſen Magd verhaftet worden, welche ſich ein einträgliches Geſchäft daraus machten, die großen umlaufen⸗ den Silberſtüke zu beſchneiden. T.


