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Kunst, Eleganz und Mode.
(Achter Jahrgang.)
Halblähriger Preis 4 fl., mit freier Poſtzu⸗? Man pränumerirt im Kommiſfionsamt zu Ofen ſendung 5 fl. Auf Velinpapier mit erſten(Feſtungsauffahrt), in Ferd. Tomalas Kunſthand⸗ Kupferabdrüten 5 fl. und poſtftei 6 fl. C. N.? lung zu peſth und bei allen k. k. Poſtämtern.
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Hrn dee le. (Fortſezung.)
„Siehſt du, mein Geliebter 2“ fuhr meine Freundin fort,„hat euch ein Unglük betroffen, ſeid ihr um Hab und Gut gekommen, ſo ſind andere Leute eben auch nicht glüklich geweſen. Rechne vor allen Dingen dahin das Schikſal meiner armen Muhme, die ſich jezt dem Auſterfürſten vermählt hat und in der Gefangenſchaft dieſes Rohen ſchmachtet. Welche Freude kann ihr wohl in die—
ſer Ehe blühen? und dennoch, ſo weit ich ſie kenne, ſegnet ſie ihr Geſchik, weil es ihr doch nun gelungen iſt, ihre koſtbaren Perlen vor Untergang und Zertrümmerung zu retten. Freilich muß ſie ſich jezt ſtellen, als empfinde ſie Antheil und Freude an den Beſchäftigungen ihres Mannes, nothgedrungen muß ſie ſich bekannt machen mit dem Leben, Gedeihen und den Einrichtungen des Auſternſtaates, obgleich ihr dieſe harten, ſchmuzigen, widrigen Schalen, mit ihrem noch widrigeren Inhalt, von jeher gehäſſig geweſen ſind. Und in der That, ich begreife auch durchaus nicht, welch ein ſeltſames Gelüſte euch Menſchen immer und immer wieder nach dem Beſiz dieſer Geſchöpfe treibt; ſie ermangeln ſo völlig aller Schönheit, und die Aehnlichkeit, die ſie ſich äußer— lich mit der herrlichen Perlenmuſchel anzulegen wiſſen, macht ſie doppelt un— leidlich. Im Grunde fählt ihr auch wohl den Mangel, ohne es euch eingeſte— hen zu wollen; denn ſucht ihr nicht, bevor ihr es genießt, dem elenden Weſen auf alle Weiſe nachzuhel fen, bald durch Zitronenſäure, bald durch beſonders gewürzigen Wein? Es muß alſo wohl mit der gerühmten Herrlichkeit doch nicht ſo weit her ſein.“
„Doch gleichviel,“ fuhr meine Freundin fort,„uns, die wir ganz an⸗ dere, geiſtigere Dinge zu unſerer Nahrung wählen, ſteht kein Urtheil über


