Jahrgang 
Band 1 (1835)
Seite
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net, mithin keine der geſtellten Be⸗ dingungen erfüllen kann und deshalb lieber den andern Handſchuh zu dem erſten hat legen laſſen, um den Herrn zu befriedigen, der ſo gern fremdes Eigenthum zu behalten ſcheint. Nicht lange, da erbot ſich der junge Mann in einem abermaligen Inſerat und mit Namens⸗Unterſchrift: hundert Goldſtüke an die Armen⸗Kaſſe zu zah⸗ len, wenn ihm Jemand den Namen der Dame anvertrauen wolle; da ſchloß ſich den Anzeigen folgende an:Ich bin nicht ſo wohlhabend, um jemals den Armen hundert Goldſtüke geben zu können, ich halte es daher um ſo mehr für Pflicht, ſie ihnen bei dieſer Gelegenheit zu erwerben. Die Hand ſchuhe gehören meiner Tochter Maria. Franz Bindner. Noch findet ſich ſpäter die Quittung der Armenkaſſe über hundert Louisdor, und jedem Le⸗ ſer iſt's erlaubt, ſich nun doch eine Heirath hinzu zu denken. C. Wien. Im Saale des k. k. Au⸗ gartens iſt ein geſtiktes Bild ausge ſtellt. Daſſelbe iſt 15 Schuh hoch und über 20 Schuh breit und enthält 24 lebensgroße Figuren. Daſſelbe iſt zwar böchſt unkorrekt gezeichnet und die Phi ſiognomien ſind ohne alle Ausdruk, aber die ſinnige Wahl der Farben ſtellt es mit den niederländiſchen Tapeten auf eine Stufe. Mir kam das Bunter lei vor, wie ein Farbenkäſtchen. Nach Angabe des Verfertigers ſoll das Bild aus 2,400,000 Kreuzſtichen beſtehen! A. Paris. Ein ſchrekliches Ereig niß hat dieſer Tage hierſelbſt ſtattge habt. Ein junger Mann von 20 Jah- ren, der Sohn einer verarmten Buch händlerwittwe, machte, ſei es in dem wirklich ſtattgehabten traurigen Ent ſchluß, ſei es aus ſonſt einer uner klärlichen Abſicht, allen ſeinen Freun⸗

den und ſogar ſeiner Mutter bekannt, daß er um eine beſtimmte Stunde aufgehört haben werde, zu leben. Die unglükliche Mutter ver mochte dieſen Schlag nicht zu ertragen, denn der Sohn war ihre einzige Freu de, Stüze und Hoffnung. Sie erſtikte ſich durch Kohlendampf. Unmittelbar darauf erſcheint der Sohn zu aller Leu⸗ te Verwunderung friſch und geſund. Allein es war zu ſpät; er konnte nicht einmal mehr die lezten Seufzer ſeiner Mutter vernehmen. B. Coblenz. Man erzählt, daß ein Mezger, der mit ſeinem Hunde über die Karthauſe gegangen, bemerkt habe, daß der Hund an einer Stelle, nicht weit von dem dort gelegenen Ho ſe, anhaltend in dem Boden wühle; er habe hierauf im Boden nachgeſucht, und unter einer leichten Deke von Er⸗ de ein Kind mit zerſchmettertem Kop gefunden, das dem Anſcheine nach er wenige Tage alt geweſen ſein könne. W. Genf. Einem hier in Arbeit ſtehenden Uhrmacher Junod aus Neuf⸗ chatel ſoll ein Engländer, der ihn vor 7 Jah ren beſuchte, und ſich mit ihm über religioſe Gegenſtände unterbielt, ſein Vermögen von mehreren Millionen vermacht haben. D. Dublin. Kürzlich ermordete ein Mann ſeine Frau an demſelben Morgen, wo deren Mutter wegen Er mordung ihres Mannes gehängt wurde, und führte als Grund vor Gericht an, er habe ſeine Frau außer Stand, ſezen wollen, das Beiſpiel ihrer Mutter an ihm nachzumachen..

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Modenbild. Nr. 18.

Pariſer Anzüge vom 15. Ap⸗ ril.(Mit außerordentlicher Schnelligkeit.). Erſte Longchamp- oder Sommer ⸗Tol lbette. Reisſtrohhut mit einer Feder und ſchottiſchen Bändern geziert. Kleid von ſchot⸗ tiſchem brochirtem Pou- de Soie. Die ſzende Dame: Hut von poult de Soie mit einer roſenrothen Feder und quadrillieten Bän⸗ dern geziert. Ueberrot von Wollatlas.

Beilage: Der Schmetter⸗

ling. Nr. 8.

Herausgeber und Verleger Franz Wieſen.