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deinem Herzen nagen, ſelbſt dle gerichteten Schatten trinken aus Lethes Flu⸗ then Vergeſſenheit!“—
„Sieh,“ fuhr die Schwaͤrmerin fort, die wohlmeinden Worte ihrer Freundin nicht beachtend,„was muß es für eine unnennbare Wonne ſein, ſo mit dem Geliebten zu ſterben!— Eugenie, er iſt für mich geſtorben, und ich!——“
„Amalie, es iſt Zeit, daß wir dieſen Ort verlaſſen, deine Stimmung iſt fürchterlich— komm ehe die ungebetenen Zeugen deine Schmerzen ſchauen,“— und ſchnelle zog ſie das Mädchen, das ſich ungern von dem Bilde trennte mit fort. Als die Damen an dem Grafen vorüber eilten, erkannte er augenbliklich in der Einen die ſchöne Unbekannte wieder. Sein feuriger Blik traf das Auge der jungen Deutſchen, er ſah, daß eine Thräne an ihrer Wimper zitterte. Sie iſt nicht glüklich! ſeufzte er, welche Schuld mag wohl auf ſolch' einem jungen Herzen laſten?— ſezte er verwundert hinzu und verließ die Gallerie. Als er an die Pforte kam war jede Spur der räthſelhaften Damen verſchwunden.
Nach einigen Tagen traf ihn der Marquis auf dem Boulevard; er ging in einer großen Geſellſchaft. Als er Gulden erblikte, kam er eilig auf ihm zu.„Graf,“ ſagte er,„Sie haben doch eine Karte zum Balle des“ ſchen Geſandten erhalten?“—
„Heute früh.“— 1
„Ich hoffe, Sie werden nicht fehlen, Ihre gehelmnißvolle Schone konnte dle dringende Einladung nicht r und wird ſicher erſcheinen.“
„Das freut mich, vielleicht—
„Ganz gewiß wird dann das Räthſel ſich löſen, worüber ſich die ganze ſchöne Pariſerwelt den Kopf zerbricht, die nicht begreifen kann, wie eine junge, geiſtreiche, anmuthige Dame, mit ſolcher Hartnäkigkeit an der alten ſpießbür⸗ gerlichen Sitte hängt, um Mitternacht, wo das eigentliche Leben der ſchönen Welt erſt recht beginnt, Einſamkeit und Ruhe aufzusuchen. Veranſtaltungen ſind getroffen!“—
„Wie, Herr Marquis, man wird doch nicht—
„Nichts, mein werther Gulden, wird man, was ſich nicht mit dem guten Tone vereinen, und mit dem Titel einer kleinen, unſchuldigen Nekerei ent ſchuldigen läßt, leben Sie wohl!“ Er eilte der Geſellſchaft nach und ließ Gulden ſeinen Gedanken über.
Die Vorbereitungen zu dem glänzenden Feſte im Hauſe des* ſchen Ge— ſandten beſchäftigten ganz Paris. Alle Kleidermacher und Modehaͤndlerinen, Juweliers und Kaufleute hatten die Hände voll zu thun, die halbe Stadt hatte Beſtellungen zu machen, und die andere Hälfte ſie zu befriedigen.
(Beſchluß folgt.)
Ein Mann, den die Würmer zernagen.
Verſchiedene Fliegenarten, wie z. B. die Cäſarfliege, die Schmeiß⸗ und Fleiſchfliege, legen auf thieriſche Körper, auf denen ſie verweilen, bald Eier, die unter begünſtigenden Umſtänden, nämlich bei Wärme und Feuchtigkeit u. dgl., ſehr ſchnell, ja ſchon nach einigen Stunden ausgebrütet werden. Es


