Jahrgang 
Band 1 (1835)
Seite
210
 
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Oenle, welches nach Meskau marſchirte und das Klima dert belzer ſond, als es exwartet, ein Verſehen gemacht hatte. 1 N

Als er nun über ſeine feblgeſchlagenen Hoffnungen brütete, benachrich⸗ tigte ibn ſein Onkel durch ein Billet, daß er ihn denſelben Nachmittag 3 einer gewiſſen Stunde zu ſprechen wünſche. Obgleich er wenig Dankbarkelt für den geſtrigen Empfang des Deputirten fühlte, ſe kennte Frank es doch nicht über ſich gewinnen, dieſe Hoffnung auf Unterſtäzung von ſich zu welfen;z er folgte daher der Einladung. i

Bel dem Eintritt in das Haus ſeines Onkels wurde ſeine Naſe durch einen bezaubernden RoſtbeafGeruch erquikt. Man wies ihn zum Oepntir⸗ ten, den er am Feuer ſizend fand, und deſſen leidende Füße, eines balben Du zends flanellener Umſchläge entledigt, in ein Paar Vantoffeln eingedrungen waren, die ungefähr die doppelte Größe ſeiner Schuhe batten. Ole Sachen ſtanden augenſcheinlich beſſer, denn Miſter Doublepenny, mit der Hülſe ſeiner Krüke wieder auf die Füße kommend, und ſeinem Neſfen die Hand ſchüttelnd, lobte ihn wegen ſeiner Pünktlichkeit und fügte binzu, daß er mit ihm zu ſpre, chen habe, was er aber, da das Eſſen eben aufgetragen würde, verſchleben wolle, bis ſie mit dem Rindfleiſch ins Reine gekommen wären.

Nachdem das Tiſchtuch ſortgenommen worden war, fragte der Deputlrte mit dem größten Ernſte, welche Koſt Frank vorzöge: Brod, Käſe und Halb, bier, womit er geſtern bewirthet worden wäre, oder das Roſtbeaf und den Plum⸗Vudding, welche ſo eben die Tafel geziert hätten?

Frank antwortete, baß er unbedingt dem RNoſtbeaf den Vorzug gebe.

Nun, ſagte der Deputirte,wollen wir Ihre Epopee, ſo nennen Sle ja wohl das Ding? ſeben ze und als ſein Neſſe das Manuſtript auf⸗ wikeln wollte, fuhr er ſort:Bemühen Sie ſich nicht, es zu öffnen, ich habe an der erſten Seite genug. Meiner Treu, eine ſehr hübſche geläufige Hand!

Während unſer Held darauf ſann, was des Stadtraths nächſte Bemer⸗ kung ſein würde, ſezte dieſer die Unterredung folgendermaßen fort: 5

Wie ich ſehe, ſo ſezt Ihre Mutter Vertrauen in meint Dienste für Sie, und wahrlich, ſie hat ein Recht dazu; denn als ich das väterliche Haus verließ, um in der Fremde mein Glük zu verſuchen, verdoppelte ſie mein Ka⸗ pital, indem ſie mir eine halbe Krone in die Hand ſtekte, wäbrend ihre Schwe⸗ ſtern mich in die Sklaverei verkauft haben würden, hätten ſie durch dieſen Handel ein neues Kleid oder ein neues Band erlangen können. Nun babe ie zufällig meinen Kommis verloren und wenn es Ibnen recht iſt, elne St. einzunehmen, ſo glaube ich werden Sie dieſe Beſchaſtigung vorthellbafter ſin/ den, als epiſche Gedichte zu ſchrelben. 1

Brank drükte ſeinen Dank für dles gütige Anerbieten aus, gab jedoch beſchelden einige Zweifel an ſeiner Brauchbarkeit zu dleſem Poſten zu verſte hen

Was das anbetrifft, ſagte Miſter Doublepenn y,Oo ſelen Sie außer Sorge. Ich ſebe, Sie ſchreiben eine ziemlich gute Hand, und nach dem Brleſe 1 Ihrer Mutter haben Sie auch einige Kenntuiß von Zahlen. In Allem, wat Sie ſonſt zu wiſſen nöthig baben, kann ich Sie gewiß ſelbſt unterrichten. 5 Da er bemerkte, daß Frank einen Blik auf ſeine etwas unmobiſche Klei,. dung warf, ſezte er hinzu:Ich weiß, was Sit ſagen wollen. Ihre Klelbang iſt allerdings etwas aus der Mode gekommen aber wenn Sle ſich entſchließen;