187
einem Dorſpfarrer und theilte dieſem ſeinen Wunſch mit, ſein Handwerk auf⸗ zugeben. Der Pfarrer verſprach ihm, an den heiligen Vater zu ſchreiben, da⸗ mit er ihn begnadige und ihm erlaube, wieder in die Geſellſchaft einzutreten. Gaſperoni fügte als ausdrükliche Bedingung hinzu daß alle ſeine Gefährten mit ihm begnadigt werden müßten. Die Unterhandlungen wurden alſo ange— enüpft. Unſerer Regierung lag die Befreiung der Straßen von dieſen Vandi⸗ ten ſehr am Herzen, welche die Straße nach Neapel unſicher machten, die Rei⸗ ſenden ermordeten, plünderten und tauſend Exzeſſe begingen. Man ſchikte Soldaten gegen ſie, aber die Soldaten tranken mit ihnen, ſtatt ſich mit ihnen zu ſchlagen. Die Bauern nahmen überdies Partei für die Banditen gegen die Soldaten, weil ſie immer einen kleinen Theil von der den Keiſenden abgenom⸗ menen Beute erbielten. Nur die päbſtlichen Dragoner verſtanden keinen Spaß, und wenn dieſe kamen, flüchteten ſich die Räuber in die Gebirge. Man be⸗ dachte ſich alſo nicht lange, durch die Vermittelung des Pfarrers mit Ga⸗ ſperoni in Unterhandlung zu treten, und der Pfarrer machte dieſen endlich mit der Entſcheidung bekannt:„Der heilige Vater ſchenkt Gaſperoni das Le⸗ ben; der Sünder möge ſchnell ſich unterwerfen und es ſoll ihm Alles verzieben werden; aber zuerſt muß er ſich mit ſeiner Bande in die Citadelle als Gefangener einfinden.“ Der ſchlaue Gaſperoni ſchwankte lange, der Pfarrer benuzte allen ſeinen Einfluß, er ſoll ihm ſogar verſprochen haben, noch kräftiger für ihn aufzutreten, um ſeine völlige Begnadigung zu erlangen, wenn er dem heili— gen Vater gehorche, gewiß werde ſich die Thüre des Gefängniſſes für ihn ſo— gleich wieder öffnen, wenn er als reuiger Sünder hineintrete. Gaſperoni wil⸗ ligte endlich ein, ſich zu überliefern. Seine Begleiter, die gewohnt waren, ihm zu gehorchen, folgten ihm auch in das Gefängniß. Seit einigen Jahren erwarten ſie nun ihre Begnadigung, aber ich glaube, man wird ſie nie be⸗ gnadigen. Uebrigens hat der heilige Vater gegeben, was er verſprach, und dabei wird es bleiben, denn dieſe Menſchen ſind zu gefährlich.“
(Beſchluß folgt.)
Ole Boxerkämpfe in England.
Schon lange baben einige Organe der öffentlichen Meinung in England die Schändlichkeit jener Kämpfe und aller damit verknüpften Umſtände ans Licht gezogen, und die Zeit ſcheint endlich gekommen, wo ein Parlamentsbe⸗ ſchluß die ſtreugſten Strafen gegen alle Theilhaber und Zeugen derſelben aus ſprechen wird. Um die Strenge eines folchen Beſchluſſes zu begreifen, und ge⸗ recht zu finden, muß man ſich einiger Maßen mit dem Abgrund von Verderb⸗ niß und Verbrechen vertraut machen, welcher dergleichen Kämpfe begleitet. Schon die Rohheit und Brutalität der gewöhnlichen Kämpfe überſteigt allen Glauben, und die engliſchen Zeitſchriften erklären ſie für die größte Schmach eines ziviliſirten Landes. Die Richter ſind durch die zahlreichen Tödtungen, die darin vorfallen, bereits zu dem Eutſchluß gekommen, die ſtrengſten Stra⸗ fen gegen alle Thbeilhaber in Anwendung zu bringen. Zu Bury hatte ein. athletiſcher Boxer von 24 Jahren einen alten Mann von 60 Jahren getödtet, der mehrmals ſeine Abſicht erklärt hatte nachzugeben, von den Umſtehenden


