Jahrgang 
Band 1 (1835)
Seite
185
 
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Niet woch 25. Mürz. 1853.

piegel

Kunst, Eleganz und Klode.

(Achter Jahrgang.)

Halbfähriger Prels 4 fl., mit freier Poſtzu⸗ Man prännmerirt im Kommiſſionsamt zu Ofen

4 ſendung 3 fl. Auf Velinpapter mit erſten(Feſlungsauffahrt), in Ferd. Tomalas Kunſthand * 4

Kupferabdrilken 5 fl. und poſtfrei 6 fl. C. M. lung zu Peſth und bei allen k. k. Poſtämtern.

Antonio Gaſperoni im Gefängniſſe.

.... Ich ſtand auf dem Punkte, Italien zu verlaſſen, ohne einen Räu ber von Angeſicht zu Angeſicht geſehen zu haben; die Banditen waren mir ein ausgeſtorbenes Geſchlecht, eine andere erloſchene Mythologie auf dem Boden der Dichtung. Und doch ſollte ich noch die lezten Banditen ſehen, wie Cooper den lezten Mohikaner geſehen hat. f

Wir ſaßen in Civita Vecchia bei Tiſche, und jeder ſprach, um das Mur ren ſeines Magens nicht zu hören. Ich hatte zwanzigmal irgend ein Ge richt in allen Dlalekten des römiſchen Staates gefordert, ohne etwas zu bekommen; endlich verlangte ich die Rechnung und erhielt ſie; ſie nannte nur den Preis. Ich bezahlte ſechs Paoli dafür, daß ich mit der Serviette auf den Knien auf das Eſſen gewartet hatte. Der Wirth im Gaſthauſe ſagte, alle ſeine Vorräthe ſeien ihm von fünfzehn engliſchen Familien weggenommen wor den, welche ſein Haus füllten. Ich bat ihn, mir ein Zimmer und ein Bett zu geben; das lezte Bett hatte er eben an einen Admiral und deſſen Dienerſchaft gegeben.Nun, ſo will ich in der Stadt ſpaziren gehen, ſagte ich zu dem Wirthe;was gibt es in Civita Vecchia zu ſehen?Gar nichts, mein Herr, Sie müßten denn die Erlaubniß erhalten, die Citadelle zu beſehen, wo Sie auch den berühmten Antonio Gaſperoni, den Banditen von Terracina und den pontiniſchen Sümpfen finden werden.Warum ſagten Sie mir dies nicht ſchon längſt? An wen muß ich mich wenden, um dieſe Erlaubniß zu erhalten? 25

Gehen Sie zu Ihrem Konſul, der wird es ſchon machen. Ich ging.

Sogleich erhielt ich meine Eintrittskarten und einen päbſtlichen Offtzler

zur Begleitung.