Jahrgang 
Band 1 (1835)
Seite
183
 
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unzäblige Menge Aerolithen gefallen ſei. Jezt klagt ein Schreiben aus Mar⸗ ſala in der römiſchen Notizie del Gior no, daß von allen Seiten Briefe von Naturforſchern eingingen, welche Exem plare von dieſen Aerolithen begehrten. Es ſeien deren aber am 16. Dez. gar keine gefallen, ſondern nur Hagelkör ner von ungewöhnlicher Größe. Einige kleine Steine, die man am folgenden Morgen in den Straßen der Stadt ge funden, ſeien durch die Gewäſſer hin geſchwemmt worden. B. Deſſa u. In Roßlau bei Deſ⸗ ſau verfertigt der Schmiedemeiſter Sach ſenberg Kirchengeläute aus ſogenann tem Dreibrandſtahl. Ein ſolches Ge läute hängt in Serno und beſteht aus drei reingeſchliffenen Stäben, wovon jeder Stab in einem Winkel von 68 Grad und ungleichen Schenkeln gebo gen, am Ende des kleineren Schenkels aufgehängt iſt. Zuſammen wiegen die Stäbe 72 Pfund und erſezen bei dieſem ſehr geringen Gewichte in der Stärke des Klanges Gloken, die mehrere Zent ner wiegen, und, wenn ſie zum Läu⸗ ten vorgerichtet und aufgehängt ſind, über 5000 Thaler koſten, wogegen für die drei Stäbe, unter gleichen Um ſtänden, dem Verfertiger nur 64 Tha ler bezahlt wurden. P. Paris. Die Kunſtausſtellung zu Paris zählt in dieſem Jahre 2536 Kunſtwerke(222 mehr als im vorigen Jahre), von 1227 Künſtlern. Es ſind darunter 2175 Gemälde, 155 Bildhau⸗ erwerke, 32 architektoniſche Zeichnun gen, 96 Kupferſtiche und 78 Stein- drüke. B. Baltimore. Hier ſtarb kürz⸗ lich, im Alter von 105 Jahren, ein Veteran der nordamerikaniſchen Revo lution, der Sergeant Andreas Wal lace, welcher zu Inverneß in Schott land im Jahr 1730 geboren wurde. Zwei und zwanzig Jahre alt, kam er

uach Amerika, und diente, vom An fan⸗ ge der Revolution an, dreißig Jahre lang unter der Armee der Vereinigten Staaten. Als Lafayette bei Brandi⸗ wine verwundet wurde, trug ihn Wal lace vom Schlachtfelde fort in das Haus eines Freundes, und rettete ihm da⸗ durch wahrſcheinlich das Leben. B. Paris. Herr, Bankier zu Paris, hatte die Nacht ganz vergnügt auf dem Balle in der Oper zugebracht, als er bei ſeiner Heimkehr drei Dinge vermißt, nämlich, erſtens ſeine Frau, dann ſeinen Kaſſier und ſeine Kaſſe. Wegen den erſten Artikel war er nicht ſehr bekümmert, aber der dritte lag ihm weſentlich am Herzen. Einige in Haſt aufgetriebene Anzeigen bringen ihn auf die Spur der Flüchtlinge; er nimmt Pferde und läßt ſich eiligſt nach Havre fahren, wo er gegen Mit ternacht anlangt; er ſteigt in dem Ho tel ſur le grand Quai ab, erſucht den Herrn des Gaſthofes um Auskunft über die Reiſenden, die bei ihm logi⸗ ren, und erfährt, daß durch ein glük⸗ liches Zu ſammmentreffen die beiden Perſonen, denen er nachforſcht, neben dem Zimmer wohnen, das ihm der Zu fall angewieſen, und daß ſie morgen nach den Vereinigten Staaten abgehen werden. Hr. verliert keine Zeit; er erbittet den Beiſtand des Wirthes und eines Vertrauten, und läßt ſich nach dem Schlafzimmer der beiden Schul digen führen. Aufgewekt durch den Lär men, welchen der nächtliche Beſucher an der Thüre macht, weiß der Kaſſier nichts Beſſeres zu thun, als zu öſſnen und ſich zu den Füßen ſeines Patrons, deſſen Stimme er erkannte, zu wer fen, und ihn zu bitten, daß er doch derje⸗ nigen ſchonen möge, die in dem Alko ve, den er ſo eben verlaſſen hat, ru he.Aber was denken Sie, mein lie ber Friedrich; ſtehen Sie auf, nicht meine Frau ſuche ich hier, ſendern