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und mit Blut beſudelt. So armſelig auch es war, ſo ſebr beklagte man es doch. Ueberdies war die Hütte zerſtört, und die Alte ſtarrte in einem Win⸗ kel ſizend, mit fahlen Augen auf die vier jungen Leute bin.
„Warum betrachteſt du uns ſo de ſprach der erſte Heinrich, dem dieſen Blie mißfkel.„Ich leſe euer Schikſal, das euch auf den Stirnen geſchrieben ſteht, erwiderte die Alte. Der zweite Heinrich befahl ihr mit barten Worten, es ihm zu enthüllen; die beiden andern unterſtüzten ihn lachend. Die Alte ſprach:„Daſſelbe Geſchik wird euch alle vier vereinen, ſo wie ihr euch in dieſer Hütte zuſammen fandet. So wie ihr das Brod mit Füßen getreten und mit Blut beflekt habt, was euch die Gaſtfreundſchaft bot, ſo werdet ihr die Macht mit Füßen treten und mit Blut befleken, die ihr theilen konntet; wie ihr dieſe Hütte verwüſtet und zu Grunde gerichtet habt, ſo werdet ihr Frank⸗ reich verwüſten und zu Grunde richten; wie ihr alle vler im Finſtern verwun— det worden ſeid, ſo werdet ihr alle vier durch Verrath und eines gewaltt hä⸗ tigen Todes ſterben.“
Die vier jungen Leute konnten nicht umhin, über die Weiſſagung der Alten zu lachen. Dieſe vier Edelleute waren die vler Helden der Ligue, zwei von ihnen deren Oberhaupt, die andern zwei als deren Feinde.
Heinrich von Conte ward zu Saint-Jean d' Angely von ſeiner Frau vergiftet.— Heinrich v. Guiſe ward zu Blols von den Fünfundvierzig ermor⸗ det.— Heinrich von Valols(Heinrich- III.) ward von Jakob Clement zu St. Cloud ermordet.— Heinrich von Bourbon(Heinrich IV.) ward zu Paris von Ravaillac ermordet. f
Teitun
g der Novitäten und Anſichten.
Auf dem Plaze wor ein blau und weiß
Miszellen.
London. Nach Londoner Blät⸗ tern lieſt man in dem Ladenfenſter ei— nes dortigen Haar-Kräuslers(Voter⸗ Straße, New-Pork-Markt) folgende Anzeige:„Frauenzimmer- Häupter werden vermittelſt Dampf friſirt, nach dem erſten Style von Eloquenz!“ M.
Parle. Bei dem Brande des Theaters de la Gaits ſind vier Men— ſchen umgekommen. Der Schaden iſt ſehr beträchtlich, da das Gebäude nur gering verſichert war. B.
Hochſtädt. Hier ward unlängſt zur Herſtellung einer größern Frequenz bei den Viehmärkten ein Ochſenrennen sihelten. Der Gedanke iſt originell.
angeſtrichener Pfahl aufgeſtekt, an wel chem 3 neue Peitſchen, als Preiſe für die Bewerber hingen. S. New- York. Ein amerikanl⸗ ſcher Luftſchiffer, Hr. Rufur- Porter, hat der Regierung der Vereinigten Staaten den Vorſchlag zu einem rle— ſenhaften Dampf- Luftballon gemacht. Ein eiförmiger, querliegender Ballon von 500 Fuß Länge und 50 Fuß Durch⸗ meſſer ſoll ein angehängtes Fahrzeug von 50 Fuß Länge und 20 Fuß Brei⸗ te tragen, worauf ein Verdek mit Wobnungen für die Paſſaglere, eine Dampfmaſchine von 10 Pferde Kraft, um ein Rad nach Art der Windmüh⸗ len⸗Fliegel zu treiben, und endlich eln Steuerruder nach Art der Schwänze der Jiſche, ſo daß man furch die Luft


