20. Mittwoch, 11. März, 1853
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Kunst, Eleganz und Mode.
(Achter Jahrgang.)
Halbfähriger Preis 4 fl., mit freier Poſt u- 1 Man pränumerirt im Kommiſſtonsamt zu Ofen ſendung 5 fl. Auf Velinpapier mit erſten 3(Feſtungsauffahrt), in Ferd. Tomalas Kunſthand⸗ Kupferabdrilken 5 fl. und poſtfrei 6 fl. C. M. 2 lung zu Peſth und bei allen k. k. Poſtämtern.
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(Veſchluß.) 4.
Ruſtan, der immer in der Nähe des Kaiſers war, ſah die Wunder der Siege deſſelben, ſah ihn in einem Glanze ſtrahlen, von dem ihm kaum die Mährchen des Orients eine Vorſtellung hatten geben können, ſah in ihm ei— nen Gott, und ſeine Treue kannte keine Grenzen. Aber auch der Kaiſer liebte ſeinen Mameluken wie einen ihm vom Himmel geſandten Diener, wollte, daß derſelbe ſich mit Glanz und Reichthum umgebe, ſpiegelte ſich gewiſſermaßen gern in dem Luxus Nuſtans, verlangte für ſeinen Mameluken den prachtvoll— ſten Anzug, die koſtbarſten Waffen, die ſchönſten Pferde, und bei feſtlichen Ge legenheiten wies er ihm ſtets den Plaz neben ſich an.
Aber mitten in den unſterblichen Feldzügen des Kaiſers, mitten in dem Rauſche der Eroberungen und der Größe in den Tuilerien dachte Ruſtan an ſein Vaterland; er ſehnte ſich nicht gerade dahin zurük, denn nichts in der Welt würde ihn von Napoleon getrennt haben, aber er dachte an ſeine Mut⸗ ter, an die Verge ſeiner Heimath, an die Ebene mit den Schafheerden, an die glüklichen Tage, die er ſich für die Zukunft verſprochen hatte, und an Nephthalie, welche die Gefährtin ſeines Lebens werden ſollte.
Eines Morgens war der Kaiſer ſehr vergnügt, knipp Ruſtan in die Oh⸗ ren und ſagte zu ihm:„Ruſtan, Du wirſt Deine Landsleute wiederſehen.““
„Wie, Sire?“ fragte Ruſtan erſchroken.
—„Nein, nein, beruhige Dich,“ ſezte der Kaiſer binzu,* die Ge⸗ danken des Mameluken ſogleich errieth,„Du ſollſt nicht fort, ſie werden zu uns kommen.“
„Ach 5


