Jahrgang 
Band 1 (1835)
Seite
129
 
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Sonnabend, 28. Februar. 1853.

piegel

Kunst, Eleganz und Mode.

(Achter Jahrgang.)

Halbfähriger Preis 4 fl., mit freier Poſtzu⸗? Man pränumerirt im Lommiſſionsamt zu Ofen sendung 5 fl. Auf Belinvapler mit erſten?(Feſtungtauffahrt), in Ferd. Tomalas Kunſthand⸗ Kupferabdrüken 5 fl. und poſtfrei 6 fl. C. M. 2 lung zu Peſth und bei allen k. k. Poſtämtern.

(Fortſezung.)

Hierauf nahm Claude wieder das Wort. Wie es ſcheint, ſprach er mit beſonderer Beredtſamkeit, die ihm übrigens angeboren war. Er erklärte, daß er wohl wiſſe, daß er im Begriff ſei, eine Gewaltthat zu begehen, daß er jedoch nicht Unrecht zu haben glaube, und deshalb an das Gewiſſen jedes ſei ner Zuhörer appellire. Daß er ſich in einem harten äußerſten Falle befinde; daß man ſich zuweilen in der Nothwendigkeit befinden könnte, ſich ſelbſt Ge rechtigkeit zu verſchaffe 5 Daß er zwar dem Aufſeher das Leben nicht nehmen könne, ohne ſein eigenes dagegen aufzuopfern, daß er jedoch für eine gerechte Sache ſein Leben gern bingebe; daß er ſeit zwei Monaten dieſe Sache reiflich überlegt habe. Er glaube zwar nicht, daß es Nache ſei, die ihn zu dieſem Schritte bringe, doch bäte er, wenn dies doch der Fall ſein ſollte, ihn darauf aufmerkſam zu machen. Er unterwerfe ſeine Gründe ehrlich dem Urtheile ſei ner Zuhörer. Er werde daher den Aufſeher tödten, wenn aber Jemand einen Einwurf zu machen habe, ſo ſei er bereit, denſelben anzuhören.

Nur Eine Stimme erhob ſich und bemerkte, Claude ſolle, ehe er den Aufſeher tödte, noch einmal den Verſuch machen, ihn zu Gunſten ſeiner Bitte zu bewegen.

Das iſt billig, ſagte Claude,und ich will es thun.

Auf der großen Gloke ſchlug es 8 Uhr. Um 9 Uhr ſollte der Aufſeher ſeine Runde beginnen.

Sobald dieſer ſonderbare Kaſſations hof gewiſſermaßen den Spruch Clan- de's bekräftigt hatte, kehrte dieſem die alte Heiterkeit wieder zurük. Er brei tete ſeim armſeliges Eigenthum auf einem Tiſche aus, rief diejenigen ſeiner