Jahrgang 
Band 1 (1835)
Seite
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ſtalteten Naſe über dem Auge und Nu⸗ dimenten eines ſechſten Fingers an je⸗ der Hand. Dieſe merkwürdige Mißge⸗ burt wird dem anatomiſchen Muſeum in Münſter abgeliefert werden. S.

Berlin. Wer noch ſeinen Schlit⸗ ten und Pelz verkaufen kann, thue es ſchnell; damit iſt's aus. Eine neue Schrift:Victoria, eine neue Welt! v. F. v. Brandenburg in Memel thut klar dar, daß wir in den nächſten Jahr⸗ hunderten keinen kalten Winter mehr zu erwarten haben, ſondern ein ganz anderes wärmeres Klima. Die Schrift, die auch viel Neues über Cholera, Ko meten, Weinbau u. ſ. w. enthalte ſoll, wird von gelehrten Leuten empfohlen.

l T.

Der Modenkurier.

(Paris, 5. Febr. 1835.)

Nichts Neues unterm Sonnenlicht;

Doch neu beißt, was die Mode ſoricht 1

1. Luſtige Zeit rauſchender Glan Feſte der Nacht und der Intriguen rol⸗ lende Wagen, vom beſcheidenen Fiaker an, bis zum mit Wappen bemalten Phaeton und vorzüglich die friſch gepuzten jungen und ſchoͤnen Damen in den Salons; ſo ſtellt ſich jezt das reiche, daß prachtvolle Paris dar. Die durch ſo viele Quellen des Vergnügens genährte Mobe iſt weit entfernt ſtationär zu bleiben. Auf allen Bällen wird eben ſo viel Reichthum und Geſchmat als Neuheit ſichtbar. 2. Auf dem Balle der Gräfin v. N. be⸗ merkten wie eine Dame mit einem grappro⸗ then Atlastleide; um den Saum war eine hohe welße Blondfalbe, an der ein Roleau von weißem und grapprothem Atlas befeſtigt war. Der gegen die Taille geſpizte Leib war vierekig drappirt auf der Bruſt, und auf Ruten und Schultern ſtark ausgeſchnitten. um den Hals war ein reicher Rubinenſchmuk. Die Aermel waren von Blonden und auf den Schultern mit von Atlas ausgeſchnittenen

3. Manchmal ſieht man auch Kleider von

Atlas mit Blonden- Drapperien, die

ehr auten Effekt hervorbringen. 4. Die Mode der offenen Kleider erh

ſich. Die Doppelroͤke werden mit reichen, dem

Schmuke ähnlichen Achren, geziert.

5. Die Haorkoeffüren verbleiben in ihrer großen Ein fachheit. Sie werden großtentheils mlt einer einzigen Blume, oder mit einigen glatten, mehr oder weniger geſchmakvoll aus- geſchnittenen, Bändern geziert.

6. Die Talllen einiger Kleider erſchetnen iezt weniger lang; aber als Revanche läß man ſie auf einigen neuen Ballkleldern ſehr geſpizt binabgehen, und man trägt kelne Gür⸗ tel dazu. Die Kleider mit kurzer Tallle ſind leicht gefältelt auf dem Ruken und glatt auf der Bruſt; die Aermel ſind bis zum Bindchen welt und mit einem gefalteten Bauſche ge⸗ ziert.

7. Dle Winterhüte haben zwekerlet aus. gezeichnete Formen: die einen haben einen breiten und offenen Schirmſchnitt; die andern ſind grade und ſchließen ſich dem Geſichte an

8. Der Sammet iſt ein Stoff, der von unſern Marchande des Moden am Allgemein- ſten verwendet wird. Auf Sammethuten hat man gleiche Vander, welche auf der Jorm, die ſelt einigen Tagen viel wentger aufgerich⸗ tet iſt, einfach gekreuzt werden. Jedern wer den ebenfalls zur Verzierung gebraucht, ſie werden nicht verſchwenderiſch angebracht; eine iſt hinreichend zur Verzierung eines Hutes.

9. Die Damenschuhe, die ſchon ſeit ſo lange keine Verzierung hatten, haben jezt eine ſehr kleine Schleife, die blos durch ein über⸗ einandergeſchlagenes Band von der Farbe des Schuhes gebildet wird. f.

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Modenbel d. Nr. 8. parlſer Anzüge dom 8.

5 10 Koeffuren mit Blumen gezkett. Caleche u Mantelet von Gros de Naples mit a

gefüttert von Mad. Larcher, Näherin der Königin. Kleid mit einer Blumengulrlande. (Wir glauben hier die Bemerkung machen zu müſſen, daß wir dieſes ſchone Bild mit r bisher noch nicht ee teit von dreljehn Tagen, ſeilt deſſen Erſcheinen in Paris, geliefert haben.)

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e bedett. f

Herausgeber und Verleger Sranz Wieſe s.