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ſen, daß die Liebe die Urſache zu die⸗ ſem Selbſtmorde ſei, obgleich die Da— me bereits verheirathet war. B. Warſcha u. In dem Peterkauer Kreiſe(in Polen) lebt ein ſchon ſehr alter Mann, der öftern und heftigen Krankheiten unterworfen iſt. Sobald ihn aber eine bedentende Krankheit er— greift, und ſie den höchſten Grad er— ceicht hat, ſo gehen ihm die Nägel an Händen und Füßen unter Vereiterung ab. Nach dieſem erlangte der Kranke wieder ſeine vorherige Geſundheit. Mehrere ſonſt gebildete Verſonen wol— len glauben, daß man von dieſer Ma— terie in den Fingern, wie bei den Blattern, einimpfen, und dadurch bei vielen Menſchen zur Verlängerung des Lebens beitragen könnte!! Man er— wartet über dieſe Naturerſcheinung ei— ne Schrift von einem Arzte in jener Gegend. T. Mainz. Der kürzlich in Mainz zum Zuchthauſe verurtheilte gefährli— che Betrüger Minnigerode iſt am 2⸗-ten Febr. Nachts, während der Zuchthaus— verwalter auf Urlaub abweſend war, mit einem andern, ebenfalls wegen Fälſchung verurtheilten Gefangenen, entkommen, ohne daß man weiß, auf welche Art, da Fenſter und Thüren unverlezt ſind.. A. London. Neulich ſtarb hier die Favorite Squaw des Michigan Chef Mak umſe, Chef des Chippewaſtammes, der ſeit einiger Zeit ſeine Kunſt in Schießen in mehreren der kleinen Lon⸗ doner Theater gezeigt hatte. Sie ſtarb an der Auszehrung im 38⸗ſten Jahre ihres Alters. Sie war für eine In— dianerin überaus ſchön und die Toch— ter eines franzöſiſchen Offiziers und einer indianiſchen Prinzeſſin. Zwek der Reiſe des Chefs und ſeiner Krieger nach England war geweſen, von der engliſchen Regierung eine Summe Geld für einen Strich Landes, welchen ſein
Oroßvater verkauft hatte, zu verlan— gen. Ein Theil jenes Landſtriches hat— te dem Stamme gehört, deſſen Köni— gin jene Frau war, und ſomit machte er zugleich deren Anſprüche geltend. Am 17. Januar war der Arzt Sir Athony Carlisle bei ihr, und machte ihr einige Hoffnung zur Wiedergene— ſung, aber die Krankheit hatte zu tie— fe Wurzeln gefaßt. Sie war in der St. Johnskirche einſtweilen beigeſezt, bis der Leichnam nach ihrem Vaterlande zurükgeſandt werden kann. Der Chef Mak umſe iſt halb wahnſinnig über ſei— nen Verluſt, er rennt mit wüthendem Ungeſtüm den Kopf gegen die Wände, und nur mit der größten Schwierigkeit kann man ihn vom Selbſtmorde er— halten. C. Paris. Vor einiger Zeit ſtarb hier der Lieferant für die franzöſiſche Armee, Hr. Seguin, und hinterließ, obgleich Oouvrard ihn um 6 Mill. Frks. gebracht hatte, dennoch ein ungeheures Vermögen. Der Verſtorbene zeichnete ſich beſonders durch eine ungemeſſene Pferdeliebhaberei aus. Mehrere ſchöne Schlöſſer, die er beſaß, wandelte er in Pferdeſtälle um; in den Prachtſälen ſtampften Roſſe, und die herrlichen Gartenbeete wurden von ihren Hufen zertreten. Seine Tochter hatte er ei— nem engliſchen, Pferdehändler, gegen Ueberlaſſung eines ſehr ſchönen Heng— ſtes, zur Frau gegeben. 3 5 Augsburg. Die ungemeine Fruchtbarkeit der Ehefrau des Wein— gärtners Melchior Rommel zu Bein- ſtein im Remsthale iſt der öffentlichen Anzeige werth. Dieſelbe iſt nach 5 Zwillingsgeburten, welche ſeit Ende des Jahres 1828 nacheinander bei ihr erfolgten, am 27. Jan. ſogar von Dril⸗ lingen entbunden worden, ſo daß ſte in nicht vollen 7 Jahren 15 Kinder, und zwar alle vollkommen lebenskräftig, geboren hat. Die neugeborenen Dril—


