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mann, Namens J. Cadiere, einen Scha— kal todt, der große Verheerungen un— ter den Hausthieren anrichtete. In we nigen Tagen tödtete dieſe Beſtie eine
Ziege, zwei Schweine, fünf Lämmer,
gegen 300 Stük Geflügel, und faſt alle Kazen der Gegend. Es iſt ſehr wahrſcheinlich, daß dieſes wilde Thier aus Afrika gebracht wurde, und einer Menagerie entwiſcht iſt, und noch wahr⸗ ſcheinlicher, daß deſſen Eigenthümer es nicht reklamiren wird, ſonſt hätte er wohl einen bedeutenden Schadenerſaz zu erlegen. G. Boſton. Ein gewiſſer Kneeland hat am 20. Dez. v. J. in den Inve⸗ ſtigator von Boſton einen gottloſen und zottigen Aufſaz einrüken laſſen. Darüber ward er vor Gericht geſtellt, zu dreimonatlicher Haft und zu 500 Dollars(etwa 1000 fl.) verurtheilt. Nebſt dieſem mußte er noch für eine gleiche Summe in Bezug auf ſeine Aufführung während 2 Jahre Bürg— ſchaft ſtellen. Nachdem der Richter, Hr. Thacher, das Urtheil geſprochen, ermahnte er den Schuldigen, die Ge— rechtigkeit des Ausſpruches der Jury zu erkennen und ſeinen Atheismus abzuſchwören.„Was ſind die Gerichte der menſchlichen Tribunale“ fügte er noch am Schluſſe bei,„gegen das Ge— richt deſſen, vor welchen Sie und ich erſcheinen werden!“— Solche reli— giöſe Geſinnungen würde man nicht häufig in den europäiſchen Gerichts hö— fen antreffen!— Allein auch hierin
mußte wiederholt werden. mir ſang die Vartie der Agathe mit
liegt eine der Urſachen, warum die ſittliche Verderbtheit immer mehr ſich verbreitet. Wie nothwendig iſt es, be— ſonders bei Gelegenheit eines Eides, daß der Richter religiöſe Geſinnungen an den Tag lege! P.
Paris. In Paris iſt Weber's „Freiſchüz““, der bereits vor 10 Jah⸗ ren dort ſo großen Beifall fand, auf dem Theater der komiſchen Oper in fran⸗ zöſiſcher Sprache wieder aufgeführt, und noch enthuſiaſtiſcher aufgenommen worden, als damals. Die Darſtellung iſt aber auch vollkommener als jene von 1825. Beſonders ausgezeichnet ſind die Chöre, die durch 30 deutſche Choriſten verſtärkt wurden, welche das Théatre nautique für die projektirte, aber zu Waſſer gewordene deutſche Oper nach Paris berufen hatte. Der Jägerchor
großer Virtuoſität. B.
Nachtrag zur Peſther Lokal- zeitung im vorigen Blatte. Unter den vielen geſchmakvollen Anzügen, welche wir auf den Lanner Bällen, ſo wie auch auf dem Caſinoballe bemerkten, zeichneten ſich auch jene des Hrn. Freund, bürgerl. Damen⸗ kleidermacher in Peſth(Windgaſſe, Nro 213), vortheilhaft aus. Hr. Freund arbeitet nach
den neueſten Pariſer Muſtern und iſt in der
Auswahl eben ſo glüklich, als er die Damen, ſo überhäuft er auch mit Beſtellungen ſein mag, ſchnell und prompt zufrieden ſtellt.—
(Es t.)
Bilder⸗ Gallerie. Nr. 1.
I gen a z n von Esôstvoös,
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Mad. Caſi⸗
königl. ungariſcher Vize-Hofkanzler, k.. Geheimerath, Obergeſpann der Saroſer Geſpannſchaft dc. ac.
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Herausg
eber und Verleger Franz 1. e.
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