Sonnabend, 7. Februar. 1855.
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Kunst, Eleganz und Mode.
.(Achter Jahrgang.)
Halblähriger Preis 4 fl., mit freier Poſtzu⸗ 2 Man prünumerirt im Kommiſſionsamt zu, Ofen ſendung 5 fl. Auf Velinpapier mit erſten f(Feſtungsauffahrt), in Ferd. Tomalas Kunſthand⸗ s Kupferabdrüken 5 fl. und poſtfrei 6 fl. C. M. e lung zu peſth und bei allen t. k. Poſtämtern.
Die venetianiſchen Bräute.
(Fortſezung.)
Es folgte eine entſezliche Szene. Die Diener Gottes traf das Schwert der Räuber, der Altar wurde von Blut beflekt und in der Verwirrung ſogar das heilige„Brod und Wein“ verſchüttet und mit Füßen getreten. Der ent⸗ ſcheidende Kampf aber konnte nur kurz ſein; die troſtloſen Mädchen wurden aus den Armen ihrer blutenden und vertheidigungsunfähigen Verlobten durch die Seeräuber geriſſen, welche ſie in ihren kräftigen Armen nach ihren Bo⸗ ten zu trugen, die hinter dem Inſelchen Olivolo verſtekt lagen. Der Wuth⸗ und Rachefluch, das Wehklagen hoffnungsloſer Liebe und gänzlicher Verzwei— flung, der her zzerreißende Schrei mütterlicher Angſt füllte die ſonnige Luft, die nur von Freude und Jubel ertönen ſollte. Als nun die Räuber, gefolgt
von den Venetianern das Ufer erreichten, und ihre Varken die Opfer aufnah⸗ men, da vermochte ein fühlender Menſch kaum zu ſehen und zu hören was vorging. Mit nach dem Meere zu ausgebreiteten Armen, unbekümmert um die Hiebe und die gezükten Schwerter der unempfindlichen Iſtrioten, rief hier ein Vater nach ſeiner Tochter, ſeinem einzigen Kinde; dort fiel eine Mutter, als ſie ihre Tochter fortſchleppen und verſchwinden ſah, bewußtlos zu Boden:; dort füllte eine andere die Luft mit ihrem Geſchrei; dort in der enteilende Varke der Piraten rief ein liebliches, verzweifelndes Mädchen den Namen ihres Geliebten, der, als er die Stimme hörte, die geballte Fauſt ſich an die Stirn ſchlug und in Verzweiflung und Wahnſinn mit den Zähnen knirſch⸗ te. Auch geſchah es, daß Jünglinge, denen die Geliebte entriſſen war, die tödtliche Wunden von dem Schwerte der Feinde erhalten hatten, am Uſer


