Sonnabend, 10. Januar.
1855.
Kunst, Eleganz und Mode.
(Achter Jahrgang.)
Halbjähriger Preis 4 fl., mit freier Poſtzu⸗ ſendung 5 fl. Auf Velinpapier mit erſten Kupferabdrüken 3 fl. und poſtfrei 6 fl. C. M.
Man pränumerirt im Kommiſſionsamt zu Ofen (Feſtungsauffahrt), in Ferd. Tomalas Kunſthand— lung zu Peſth und bei allen k. k. Poſtämtern.
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(Zur Deklamation).
Man ſpricht, als ob von Politik Die Frauen ſo viel als nichts ver⸗ ſtünden; Nehmt euer ſtrenges Wort zurük, Sonſt widerleg' ich euch mit Gründen! Iſt jede Frau doch in der That Selbſt eine Art— von einem Staat.
Der Fürſt, der dieſen Staat regiert, Iſt ein Monarch— könnt ihr noch fragen? Herz nennt er ſich, und er vollführt, Was ihm zwei Kammern vorge⸗ ſchlagen; Was nicht durch dieſe Kammern ging, Verwirft er als ein eitel' Ding.
Der Kammern erſtere beſteht
Aus Pair's— ſie heißen: Liebe, Treue,
Natur und Wahrheit!— wie ihr ſeht,
Gar eine ſtrenge Richterreihe;
Solch' eine göttliche Pair ie Verliert die Erblichkeit wohl nie.
Aus Deputirten aller Art Beſteht der beiden Kammern zweite; Da gibt es Redner, fein und zart, Und auch kapriziöſe Leute;
Da führt die Eitelkeit ein Wort, Die Mod' und Laune ſprechen dort.
Doch um euch das Verfahren klar
Zu malen mit der Wahrheit Bildern,
So will ich eine Sizung gar,
Wie ich ſie ſelbſt erlebt, euch ſchildern;
Der Fall war der:„Ein Jüng⸗
ling bat
„Um Aufnahm' in den Her⸗
zens⸗Staat!““
Er war recht hübſch,— die Eitelkeit
Sprach viel und warm zu ſeinem From— men;
Auch Mod' und Lau ue war bereit;— Kurz— er ward freudig aufgenommen;


