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piel Porto koſten würde, und bemerkte daher auf dem Vriefe:„Inliegend Muſter ohne Werth.“ M.
Der Modenkurier.
(Paris, 21. Dez. 1834.)
„Nichts Neues unterm Sonnenlicht; Doch neu heißt, was die Mode ſpricht!“ 1. Zu den lezten Erſcheinungen in der Mode gehört wieder eine neue Art kleiner Hüte, die man à la camargo nennt, nnd die einen wirklichen Typus der Koketterie und der Eleganz an ſich tragt. Sie haben einen kleinen Schirm, der mit der launenhafteſten Unregelmäßigkeit geneigt und aufgerichtet iſt, und der jede erträgliche Phiſtognomie hinrei— ßend machen kann; es kann nicht fehlen, daß dieſe Gattung in unſern eleganteſten Salons Glut machen wird.
2. Hüte, welche man jezt auf Prome⸗ naden am meiſten ſieht, ſind von blauem Sammet mit einer blauen Feder geziert.
3. Zum großen Puz verfertigt man viele kleine Krepphüte mit niedriger Form und runden, offenem Schirm. Man gibt mehr keine Bindbänder darauf: aber die En⸗ den der feitwärts der Form angebrachten Schleife fallen ſehr tief hinab. Einer dieſer roſenrothen Krepphüte war mit einem roſenro— then, weißgeſprentelten Marabouts-Bouquet, das ſeitwärts der Form angebracht war, ge— ziert. Auf der entgegengeſezten Seite, unter dem Schirm, auf der Stelle, wo derſelbe auf— gerichtet iſt, befindet ſich ein zweites Mara— bout, Bouquet, das ſich mit den Haaren miſcht und ſo eine grazidſe Koeffüre bildet.
4. Der roſenrothe geköperte Sammet, ins Weiße glacirt, bildet treffliche Kapoten.
5. Ein blauer Hut von demſelben Stoffe war mit einem Haidekrautzweig, der unter die Bandſchleifen⸗Schalen vertheilt war, geziert, und unter dem Schirm befand ſich eine Haldekraut⸗Guirlande, die das Geſicht umgab.
6. Es iſt nun entſchieden, daß die Barrets nicht mehr in der Mode ſind; der kleine caſtillaniſche Hut iſt jezt herrſchender Geſchmak.
7. Die Damen ſchienen dleſen Winter das Schwarze angenommen zu haben, und dennoch tragen ſie ihre Pelze von weißem Atlas mit Hermelin oder Schwanenfedern ausgeſchlagen; daß gibt einen um ſo bizar⸗ rern und reichern Kontraſt, da ihre ſonſtige Kleidung ganz ſchwarz und ihr Mantel ganz weiß iſt.
8. In dem großen Modenmagazin „Aux deux Nuits!“, auf dem Börſenplaze, verkauft man folgende neueſte Stoffe zu Ballkleidern: Crépes-blondes, Tule- nuages, Gazes-Elisabeth, Gazes-gothique; zu Puzkleidern: fagonnicten Reps; zur Negligee: damaszirte Cachemirs.
9. Junge Perſonen(die in der großen Modewelt bei weitem nicht den Aufwand der ältern Damen machen dürfen) tragen auf dem Balle Gazekleider mit ſatinirten und brochirten Blumen, Weiß auf Weiß, Roſa auf Roſa, und der handbreite Saum iſt auf dem Kopfe mit kleinen Atlasſchnürchen ver⸗ ziert. um den Leib geht eine Mantille von falſchen Blonden mit Seide feſtonnirt, die bei jungen Perſonen die echten Blonden erſezen.
10. Man gewahrt noch viele goldene Ringe als Bandeau, aber die Mitte der Stirn iſt viel reicher als im lezten Winter geſchmütt.
11. Die Ohrringe ſind lang und ha⸗ ben eine gothiſche oder viereckige Form.— Die Cameen auf ſchwarzem oder goldenem Grunde find ſehr in der Mode, ſie bilden den größten Theil der Verzierungen, die ſich auf dem Obertheil des Bracelets en collier de chien befindet; d. h. ein goldener Ring, in deſſen Mitte Edelſteine, eine Roſace von Per- len oder Opalen auf ſchwarzem Grunde oder ein großer Diamant auf ſchwarzem Grunde, ſich befinden.
12. Es herrſcht große Eleganz in den Hemdeknöpfen der Herren. Die Opale, die ſich zu dieſem Geſchmeide am beſten verwen den laſſen, ſind jezt auch am beliebteſten.
Modenbil d. Nr. 2.
Pariſer Ballanzüge vom 20. Dez. Koeffüre mit Blumen geziert. Tull⸗ kleider, mit Schleifen und Roſenzweigen ge— ziert.
Herausgeber und Verleger Fran; Wieſe en.


