Jahrgang 
Band 1 (1835)
Seite
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Nt t e.

1. Während den lezten Unruhen in Berlin, trafen ſich eines Tages

zwei Freunde Geſpräch:

aus der untern Volksklaſſe,

und es entſpann ſich foſgendes

A. Haben Sie dir jeſtern auch verarretirt?

B. Freilich! ö A. Warum denn 2

Einſt ſpielten zwei junge Leute in Gegenwart Müllers im Kaffee hauſe Schach.

r aus: Ich bin ein rechter Müller; wo⸗ »Ein Eſel ſind Sie la»Nun ja, antwor⸗

tete dieſer ganz phlegmatiſch,daß will ich ja damit ſagen!

3. Zwei Ifraeliten ſtanden neben einander im Theater. Es iſt mir ich gehe fort. was ſind Sie glüklich, Sie ſind reich,

nen zu langweilig iſt, ich

4. In der G.. Zeitu ſandt wurden, um den abg auch: Sechs Manne g

zu Gott, erwiderte der Andere, Sie können fortgehen, wenn es Ih⸗

las ich unter den milden Gaben, welche einge rannten Neuſtädtern ſchnelle Hülfe zu leiſten, Halskrägen.

15 armer Teufel, ich muß da bleiben.

Leitung der Novitäten und Anfichten.

Miszellen.

Paris. Eine neue Verſicherungs⸗ anſtalt, welche den Richtern ihr Ein⸗ kommen bedeutend ſchmälern wird, hat ſich zu Paris gebildet. Oft fürchtet man in der Probinz, von einem Pro⸗ zeſſe zu appelliren, wegen der Koſten und Mühe, die dieſes verurſacht; eine Geſellſchaft hat dieſem Uebel abgehol⸗ fen; ſie verſichert gegen den Verluſt der Koſten bei Civil und Handel spro⸗ zeſſen, Falliten und Konkordaten, vor dem Kaſſationshof, dem Staatsrathe, den königlichen Gerichtsh öfen und allen Tribunalen in Frankreich. O.

Paris. Scribe, dieſer frucht⸗ barſte aller franzöſiſchen Dichter, hat

ſich bereits ſo viel erſchrieben, daß die Summe, welche der geſezliche Antheil abwirft, den er von ſeinen Stüken jährlich bezieht, gegenwärtig 100,000 Franks beträgt. Scribe beſizt aber, außer dieſer Rente, auch ein anſehnli ches Kapital und mehrere Realitäten. 7

Paſſau. Hier hat nach einer wiederholten polizeilichen Vekanntma⸗ chung Jedermann, ohne Unterſchied des Standes, der an Bettler Almoſen ver⸗ abreicht, geſchehe es im Hauſe oder auf der Straße, beſtehe das Almoſen in Geld oder Naturalien, ſobald er dem Amte bekannt wird, eine Strafe von 15 fl. zum Armenfſonde unnachſichtlich zu gewärtigen. M.

NV