Jahrgang 
Band 1 (1835)
Seite
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695,176,720 Blättern. Wenn man alle dieſe Blätter(die Breite eines jeden Blattes zu 9 Zoll gerechnet) nur der Breite nach neben einander legte, ſo würden ſie eine Linie von 1, 444,800,000 Fuß deken! Da nun der größte Um fang unſerer, Erde(am Aequator) nur 125,545,700 Pariſer Fuß beträgt, ſo könnten dieſe Blätter, wenn man ſie aneinander leimte, mehr als eilfmal unſere Erde umgürten!!

Charakteriſtik unſerer Zeit, aus einem Briefe von Goethe an Zelter.

Alles aber, mein Theueſter, iſt jezt ultra, Alles transcendirt, unauf haltſam, im Denken wie im Thun. Niemand begreift das Element, worin er ſchwebt und wirkt, Niemand den Stoff, den er bearbeitet. Von reiner Einfalt kann die Rede nicht ſein: einfältiges Zeug gibt es genug. Junge Leute werden viel zu früh aufgeregt und dann im Zeitſtrudel fortgeriſſen. Reichthum und Schnelligkeit iſt was die Welt bewundert, und wornach jeder ſtrebt. Eiſenbahnen, Schnellpoſten, Dampfſchiſſe und alle mögliche Facilitä ten der Kommunikationen ſind es, worauf die gebildete Welt ausgeht, ſich zu überbilden und dadurch in der Mittelmäßigkeit zu verharren. Und da iſt ja auch das Reſultat der Allgemeinheit, daß eine mittlere Kultur gemein werde; dahin ſtreben die Bibelgeſellſchaften, die Lancaſteriſche Lehrmethode und was nicht Alles. Eigentlich iſt es, das Jahrhundert für die fähigen pfe, für leichtfaſſende praktiſche Menſchen, die, mit einer gewiſſen Gewandt beit ausgeſtattet, ihre Superiorität über die Menge fühlen, wenn ſie gleich

ſelbſt nicht zum höchſtenzbegabt ſind.

Die römiſche Küche.

Jedes Land hat ſeine beſondern Genüſſe und beſondere Zubereitung der Speiſen: dies iſt auch der Fall in Rom, deſſen Küche auf ſchnelle Zubereitung

und ſchnellen Genuß eingerichtet iſt. Die beſte Lokalſchüſſel iſt nach allgemei

nem Urtheile das Stufato alla ecafaraccia, gedämpftes Kalbfleiſch mit Sellerie und die Kaldaunen, welche mit einer Art Krauſemünze gewürzt werden. Auch bereitet man die Broccoli vortrefflich, allein zu vielen Nationalſchüſſeln gehört leider! der Knoblauch. Die Küche in den Gaſthöfen iſt europäiſch, in den Speiſewirthſchaften italieniſch und nur in den Kneipen und Privathäuſern örtlich. Das Bezeichnende der römiſchen Küche iſt, daß das fettgebakene Fritto nicht fehlen darf. Man fertigt es in eigenen Buden und Jedermann weiß es zuzubereiten. Es iſt das charakteriſtiſche Kennzeichen der römiſchen Küche, ſo wie der Reis der lombardiſchen und die Macaroni der neapolitaniſchen. Fiſche und Fleiſch, Gehirn, Euter, Leber, Gemüſe, beſonders Broccoli und Blumenkohl werden, ſo zubereitet, überall verzehrt. Iſt der Reiſende nicht

zu ſehr verwöhnt, ſo findet er um 46 Paoli ein gutes, nahrhaftes und ge

ſundes Eſſen, mit Ausnahme der Fleiſchbrühen, welche er am beſten durch Reis oder Macaroni erſezt. Am beſten thut man, wenn man ſo viel als mög lich einſache Speiſen und des Abends ſo wenig als möglich genießt. Eis, ſäuer⸗