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ren unſere Unterhaltungen ſeltener und viel weniger vertraut. Einige Monate nachher machte er, ohne mir etwas davon zu ſagen, einem Mädchen ohne Aeu— ßeres und Vermögen einen Heirathsantrag, erhielt aber eine abſchlägige Ant— wort. Gleich darauf brachte er ſeine Geſchäfte in Ordnung und verließ, ohne ein Geheimniß daraus zu machen, die Stadt. Darüber gingen mancherlei Ge- rüchte und man wußte durchaus nicht, was aus ihm geworden war. Erſt nach ſieben Jahren erhielt ich folgenden Brief von ihm.(Beſchluß folgt.)
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Donizettis Fruchtbarkeit und Glük.
Donizetti's neueſte Oper„Favorite“ wurde in der Pariſer großen Oper mit einem Applaus gegeben, wie ſich ſeit„Robert der Teufel“ und„Wilhelm Tell“ kaum eine Kompoſition rühmen kann. Daß ſich darin bei weitem mehr der jezige Geſchmak des Modepublikums, als der Tondichtung ſelbſt bekundet, iſt eine Thatſache, die von den tüchtigen Pariſer Kritikern, wie z. B. von Main— zer, mehr als einmal nachgewieſen wurde. Wie dem aber auch ſei, genug, Do— nizetti, der Allzeitfertige, Angenehme, iſt der Mann des Tages und weiß die günſtige Stimmung trefflich zu benuzen. So wird behauptet, daß er für den diesmaligen Faſching zu Rom ſich zu einer Oper verpflichtet habe, daß er dann nach Paris zurükkehren wolle, um eine Oper für die dortige Opera comique in Muſik zu ſezen, daß er darauf eine Kompoſition für das kaiſerliche Theater zu Wien für 20,000 Fr. liefern werde und im Faſching 184142 eine andere für die Scala in Mailand verſprochen habe und dann wieder in Paris erſcheinen wolle, um eine dritte Oper für die Akademie Royale zu komponiren. Das heißt denn doch wohl, mit Dampf in Muſik ſezen! Kein Wunder, wenn es da— bei auch an Rauch nicht fehlt. Sind denn weiter gar keine Komponiſten mehr in der Welt, daß dieſer Eine Allen Alles und der Ueberall und Nirgends ſein muß?—— Die Partitur für die„Favorite“ wurde Anfangs Dezember, wie ein Korreſpondent der Leipz. A. Z. ſchreibt, an einen Pariſer Muſikalienhänd— ler für 40,000 Fr. verkauft. Ob das keine Windmacherei iſt? Doch nein, Do— nizetti ſoll ſich ſogar noch obenein die„Droits d' Auteur“ vorbehalten haben! Wenn man mit ſolchen Preiſen die deutſchen Komponiſten aufmunterte, man ſollte meinen, ſie würden auch etwas leiſten, das freilich kein Donizettiſches Zu— kerbrot wäre, aber wobei die Kunſt nicht ſchlecht berathen ſein würde.(Wir ha— ben hier zu bemerken, daß der unſtreitig geniale Donizetti nicht erſt der Au ff— munterung bedarf, um ſein„Zukerbrot“ zu liefern. Schwerfällige Geiſter werden ſelbſt für eine Million Franks nichts Genieß bares hervorzubringen ver—
mögen. R.) — 2
Logogriphe. I.
Ich: Freund! ſage mir, warum ſo 12 3 4
Iſt dein ſonſt immer froher 5 67 82— Er: Wohl iſt der 123 45 6 7 8 mir nicht lieb
Und ſchafft dem Geiſte ein Gewinn;
Doch iſt es draußen 1 2 3 4 und kalt,
Erſcheint auch 1 2 3 4 5 6 7 8 bei mir bald.


