Jahrgang 
Band 2 (1840)
Seite
807
 
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de Mérac's Hauſe geeilt, um das gefürchtete Uebel abzuwenden. Da ſei er von dem Naube, welchen Vreſſe und der junge de Merac gemeinſchaftlich verübt, Zeuge geweſen, und habe Auguſt de Meérac Vorſtellungen machen und Breſſſe durch Drohungen zwingen wollen, den Raub herauszugeben, als das Geräuſch, welches ich oben am Fenſter gemacht, ihn veranlaßt, ſich eiligſt wegzubegeben. Zugleich ſeien die beiden Verbrecher entflohen, ohne ihn zu bemerken. Ehe Lei tzen Maßregeln zum Beſten der Familie ergreifen konnte, habe der Sohn das Land verlaſſen und Breſſe ſei verhaftet worden.

Beim Schluſſe dieſer Erzählung ging QAbriſt Bécroy auf Leitzen zu, und ſagte in einem feſten, aber freundlichen Tone:Mein Herr! Ich allein habe Ihnen Unrecht gethan! Ich bekenne meinen Fehler, und ſchäme mich. Nehmen Sie meine Hand an, und beehren Sie mich mit Ihrer Freundſchaft.

Der Obriſt und Leitzen umarmten einander, wir Alle ſchüttelten uns die Hände, und vereinigten unſre Bemühungen, Monſieur de Meérac zu tröſten. Es wurde abgemacht, die Klage gegen Breſſe nicht zu verfolgen, nachdem er ver ſprochen, das Land zu verlaſſen und über die ganze Sache Stillſchweigen zu be obachten. Auguſt de Mérac hatte Bordeaux erreicht; die Familie ſprach nicht weiter über den Diebſtahl; Bloßſtellung wurde abgewendet, und Auguſt ſegelte

von Bordeaux nach Amerika ab. Der Obriſt und ich blieben lange genug in

der Gegend, um bei der Hochzeit Leitzen's und der ſchönen Joſephine de Mérae

anweſend zu ſein.(Geſell ſchafter.)

Launige Spiegelbilder. Bon S. Wehle.

Dienſtſuchende Individuen.

1. Ein Sekretär der innern Herzens angelegenheiten, der durch eine Reihe von Jahren bei dem Herzensbeherrſcher Amor ſervirt hat, ſucht aus Mangel an Beſchäftigung eine ſeinen Eigenſchaften angemeſſene Stelle, er iſt der Augen ſprache vollkommen mächtig und mit den beſten Zeugniſſen aus dem Olymp vecſehen.

2. Der Buchhalter eines Neuigkeitskrämers wünſcht in einer großen Stadt in gleichen Eigenſchaften ein Unterkommen zu finden. Er beſizt mehrere Zeugniſſe von praktiſchen Kannengießern; er weiß die Bezugsquellen aller Novitäten, und kann auch zur Unterhaltung ſeines Chefs, außer den gewöhnlichen Amtsſtunden, in die große Poſaune ſtoßen.

3. Der Vorſteher eines Mäßigkeitsvereins ſucht, weil er zu Grunde ge⸗ gangen, als Oberkellner einen Dienſt; er verſteht die Weinmanipulation gründ lich; kann aber auch das Waſſer ſehr anpreiſen.

4. Mehrere gebildete Straßendiebe ſuchen, wegen der jezt ſo vielen beſtehen den Eiſenbahnen, aus Mangel an Arbeit einen Poſten, ſie würden ſich herbei laſſen, ehrlich zu ſein wenn's gefordert wird.

5. Ein Gedankenjäger ſucht eine Anſtellung, er macht ſich nicht viel dar aus, auch auf fremdem Gebiete zu jagen.

6. Ein Knabe von Jahren, der ſchon mehrere öffentliche Konzerte gab, ſucht als Kapellmeiſter eine Anſtellung; derſelbe hat ſchon mehrere Walzer kom