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derte man ſein fertiges, vollendetes Spiel, ſeine Kraft und Ausdauer, ſondern auch das tiefe Gemüth, das aus ſeinem kleinen Herzen ſo überſtrömend quoll. Der rauſchendſte Ap— plaus lohnte den kleinen Virtuoſen.— Carl Lewy trug eine ſelbſt komponirte artige Fantaſie über Motive aus der Oper„Luere— zia Borgia“ mit kräſtigem Anſchlag, großer Behendigkeit auf dem Piano vor, u. erwarb ſich durch ſein geſchmakvolles Spiel lebhafte Theilnahme.— Die überaus liebenswürdige Harfeniſtin Melanbe ſpielte Romanzen und Märſche auf ihrem vortrefflichen Inſtrumente mit einer Zartheit u. einem kunſtvollen Vor— trage, daß Alles in die angenehmſte Ueberra— ſchung verſezt wurde.— Zum Schluſſe ließen ſich die drei jungen Künſtler in einem Enſem— ble hören, das die beſte Wirkung hervor— brachte.— Der Hervorrufungen gab es viele, und das Auditorium verließ höchſt befriedigt das Haus. D.
— Morgen, Sonntag, gibt der berühmte Violoncelliſt Herr Joſe ph Merk, k. k. Kammervirtuoſe de. de., ein zweites Konzert im Redoutenſaale, worauf wir alle Kunſt— freunde aufmerkſam machen, da ein ſolcher Kunſtgenuß nicht ſobald ſich darbleten dürfte. Billette zu nummerirten Sizen ſind in der Joſeph Wagner'ſchen Kunſt- u. Muſikalien— handlung am Servittenplaz in Peſth zu haben.
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Amerlkaniſche Schreibmetho— de. Es iſt bekannt, welche Fortſchritte dleſe neue höchſt merkwürdige Erfindung machte, und wie ſchnell dadurch des Schreibens gänz— lich unkundige, oder mit elner ſchlechten Hand— ſchrift Begabte zu einer ſchönen, reinen Hand— ſchrift gelangen. Wer nun von dieſer neuen Methode proſitiren will, dem empfehlen wir Hrn. Popper, vormals Gehilfe, des in ſeiner Art ſo ausgezeichneten Hrn. Pinkas in Wien, jezt wohnhaft in der Konigsgaſſe, Nr. 574, im Hauſe„zur ſchwarzen Kazeee, im 3. Stok, der bereits, laut vor uns liegenden Proben, viele Schüler mit dem gluͤklichſten Er— folge unterrichtete.
Eine Wanderung von Ofen nach Peſth über Agram— Wir haben in unſerm Lit. Portfolio, im Spiegel Nr. 93, das intereſſante Werk:„Ungarn, durchrciſet,
beurtheilt u. beſchrieben“ von J. G. Eloͤner, beſprochen, und der in Agram erſcheinenden „Croatia“ geſtel dieſes urtheil ſo ſebr, daß ſie ed wörtlich nachdrukte, ohne jedoch das Wörtchen„Spiegel“, oder auch nur„Sp.“ darunter zu ſezen, was gewiß ſonſt nicht die Art und Weiſe dieſes empfehlenswerthen Blat. tes iſt.— Aber das würden wir nicht er⸗ wähnt haben, da uns dergleichen kollegiali— ſche Freundſchafsbezeugungen faſt täglich wie— derfahren, und wir in dieſer Hinſicht gar nicht empſindlich ſind. Allein nur als Curio— ſum verdient es erwähnt zu werden, daß die⸗ ſes Urtheil, das auch dem Peſther Tageblatte gefallen hat, in demſelben aus der Croatia abgedrukt und die ſe als Quelle genannt wurde. Saphir in Wien ſagt:„Das Kuh⸗ ſchnappler Wochenblatt bin ich“; ſo erlaube man doch dem Spiegel diesmal auch zu ſa⸗ gen:„Die Croatia bin ich!“ Aber darum ſoll der europäiſche Friede nicht geſtört werden.
Ofen. Ich fühle mich verpflichtet, dem verehrten Publikum ergebenſt anzuzeigen, daß die im„Peſther Tageblatt“ bereits ange- kündigte von mir neu verfaßte Poſſe:„Die schlimmen Frauen, oder: Der Aufruhr im Rleſengebirge“ für diesmal nicht als meine Einnahme zur Aufführung gelangt, ſondern das neue effettreiche Drama:„Berthold Schwarz, Erfinder des Schleß— pulvers“ von J. Augengruber, und zwar Sonnabend, den 19. d. M.
Wil h. Grau, Mitglied des k. ſt. Theaters.
Beilage.
Victorla, Herzogin von Ne⸗ mour s. Wir liefern heute das wohlgetrof— fene Portrait einer hohen liebenswürdigen Perſon, die in Frankreich hochverehrt wird und auch unſerm Vaterlande ſehr nahe ſteht. Victoria, die Gemahlin des Herzogs von emours, zweiten Sohnes des Königs der Franzoſen, Ludwig Philipp, iſt die Tochter des Herzogs Ferdlnand v. Sachſen-Co⸗ burg und mütterlicher Seits eine Enkelin des am 27. Juni 1826 verſtorbenen Fürſten Franz Joſeph von Kohary, königl. ungar. Hof— kanzler de. de.— Die junge Herzogin iſt am 14. Febr. 1822 geboren.
Herausgeber und Verleger Franz Wieſen.


