Jahrgang 
Band 2 (1840)
Seite
797
 
Einzelbild herunterladen

N WIN

n 5 e U

er Spiegel

für Kunſt, Eleganz und Mode.

Dreizehnter Jahrgang.

Halbjähriger Preis à fl., mit Poſtverſendung 5 fl. Auf Velinpapler mit erſten Kupferabdrüken 5 fl. u. poſtfrei 6 fl. C. M. Man pränumerirt im Kommiſſtonsamt iu Ofen(Feſtung, außerhalb des Waſſerthors), in C. Millers u. J. Wagners Kunſthandl. in Peſth u. ber allen k.k. Poſtämkern.

100. Sonnabend, 12. Dezember. 1840.

3 S Schuldig oder nicht ſchuldig?

(Fortſezung.)

Was meinen Sie, Bécroy? ſagte ich.Treiben Sie nicht Ihr Spiel mit mir!Hören Sie mich an, mon ami; ich will Ihnen jezt Alles erzählen.

Ich gebe dem Leſer hiermit den Haupt-Inhalt der Erzählung des Obri ſten. Im Monat Auguſt des Jahres 1812, am Ende der blutigen Schlacht, welche zwiſchen den Franzoſen und Ruſſen bei Smolensk ſtattgefunden, als die retirirenden Kolonnen der ruſſiſchen Armee das Schlachtfeld verlaſſen hatten, ſtand Bécroy, damals ein Gardegrenadier-Kapitän, mit einem Theil ſeines Re giments an dem Ende der Stadt, wo das Blutvergießen am größten gewe en, um die Verwundeten wegzuſchaffen. Es war beinahe dunkel, und eine Menge Geſindel ſchlich auf dem Schlachtfelde umher, um zu plündern. Beeroy bemerkte zu ſeinem Erſtaunen in einiger Entfernung einen Mann in Uniform eines fran zöſiſchen Lieutenants von der Linie, welcher auf dem Boden kniete und emſig be⸗ ſchäftigt war, einem der Getödteten die Taſchen zu leeren Becroy war erſtaunt und empört, eine ſo ſchändliche Handlung von einem Offizier begehen zu ſehen.