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meinde Hrn. Cremieur ein Diner und überreicht ihm dabei eine mit Bril⸗ lanten beſezte goldene Krone.“— Meh⸗ tere Leipziger Zeitſchriften ſollen mit dem neuen Jahre theils eingehen, theils in andere Hände kommen. Man ſpricht in dieſer Hinſicht von den„Roſen“, dem „Eremit“, der„Eiſenbahn“, dem„Ko⸗ meten“ und ſelbſt von der„Abendzei— tung“.— Dr. Mebold, früher Redak⸗ teur der(bekanntlich vom Bund unter⸗ drükten)„Stuttgarter Allg. Zeitung“, iſt nunmehr definitiv für die Augsbur⸗ ger„Allgemeine Zeitung“ engagirt.
Lokal-Zeitung.
Wohlthätigkeitsball. Heute, Mittwoch, findet der bereits erwähnte, von Adolf von Frankenburg arrangirte, mit einer Lotterie verbundene große Masken— ball, zum Vortheil des unter dem hohen Schuze ihrer k. k. Hoh. der durchlauchtigſten Frau Erzherzogin Marla Dorothea ſte— henden Kinderſpitals in Peſth, in den Re— doutenſälen Statt. Der Ball wird durch die (unentgeltliche) Mitwirkung dreier Militär: Muſikbanden, durch Maskeneinzüge und an— dere beſondere Anordnungen ungemein glän— zend ausfallen. Zu der Lotterie ſind bereits von edlen Damen über zweihundert eben ſo niedliche als werthvolle Geſchenke einge— gangen. Es ſteht nun auch zu erwarten, daß der bekannte Wohlthätigkeitsſinn der Peſther und Ofner ſich durch eine zahlreiche Frequenz neuerdings ausſprechen werde.
— 7 Familie Lew. Das dritte und lezte Konzert der mit ſo vielem Beifalle aufgenom— meneu u. ausgezeichneten Künſtlerfamilie Lewy aus Wien, wird Sonnabend, den 18. d., im Nationaltheater ſtattſinden.
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Herr Peter Moralt, Mitglied der kön. baleriſchen Hofkapelle in München, ein rühmlichſt bekannter Virtuoſe, iſt hier ange— kommen. Er wird ſich demnächſt öffentlich hören laſſen, und wir machen die Muſik— freunde auf einen beſondern Kunſtgenuß auf— merkſam—
—— Beobachtungs- Bazar.(Die Schneider Wenzel Macho und Adam Koſtyal— die Huthandlung der Brüder
Karzak.)„Kleider machen Leute,“ ſagt ein Wahrwort aller Zeiten, u. unſere Klei— derkünſtler haben es in neuerer Zeit gewiß ſehr weit gebracht; man betrachte nur die herrli— chen Stoffe in den Kleiderkäſten dieſer Her— ren, in der Waizner- und Herrengaſſe, um ſich davon zu überzeugen.— Seht Ihr die ſchöne junge Männerwelt, die ſchönen For, men ihres Gliederbaues in einem Leibrok wie angegoſſen, begegnet Euch ein Dandy in el— nem Phantaſiefrat mit gelben Handſchuben, ſeid gewiß, er wirft im Vorbeigehen einen zärtlichen Blit auf Hrn. Wenzel Macho, in der Herrengaſſe, der mit heiterer Miene ſei— ner Schöpfung, dem faſhionablen Ado⸗ nis, nachſieht; ja, Macho iſt der Mann, der die intereſſanteſten Peſtber Lions liefert, er ſteht ſeinen Kunſtgenoſſen in Paris u. Wien in keiner Hinſicht nach, man überzeuge ſich.— Begegnet Ihr impoſanten Geſtalten in herr lichen Atilas, ſo ſeid wieder gewiß, daß Adam Koſtyal's Meiſterhand ſie geformt hat.— Seht Ihr einen jener ſchönen glänzenden Hüte auf dem Lokenhaupt einer ſchönen Phy⸗ ſiognomie, ſo ſeid zum drittenmal gewiß, im Innern des Hutes ein Goldſchildlein zu ſin, den, auf welchem Brüder Karzak zu leſen iſt.
Vom Muſikvereine. Die zwelte Kunſtdarſtellung des Peſther und Ofner Mu— ſikvereines im laufenden fünften Muſikjahre, wird am 29. November, Nachmittags, um 4 Uhr, im k. ſtädt. Nedoutenſaale zu Peſth, ſtattfinden.— Die Eintrittskarten werden den p. t. Vereinsmitgliedern(jedoch nur gegen Vorweiſung ihrer Verſicherungskarte) am 27. u. 28. d in peſth bei Hrn. Vereins- ktaſſier A. L. Klauß, in Ofen bei Herrn Emerich v. Miletz— am Tage der Vorſtel- lung aber ausſchließlich in der Vereinzkanzlei verabfolgt.
Maodenbild. Uro. 49.
Paris, 8. Nov. 1. Gezogene Kapote mit Eichenblättern geziert. Mantel von Sei⸗ denſtoff.— 2. Atlashut mit Federn. Mantel von Sammet mit Hermelin garnirt.
Beilage:„Der Schmetterling.“ Nr. 27.
Herausgeber und Verleger Franz Wieſen.


