allen aber werden Abänderungen ange— rathen. Der Direktor Carl aber hat deſſenungeachtet aus eigenem A n⸗ triebe die drei erſten Preiſe mit 100, 50 und 25 Dukaten für die drei beſten Stüke belaſſen, falls dieſelben die ange— deuteten Abänderungen vornehmen woll— ten.— Ein neues Stük von Holtei: „die Perlenſchnur“ hat im Theater an der Wien ſehr gefallen.— Töpfer's„die Einfalt vom Lande“ wurde in Heidel— berg unter dem Titel:„die Einfalt vom Lande“, oder:„die naive Sabine“, oder:„da haben Sie'nen Wiz“ aufge— führt.— Aus.... vernimmt man die kurjoſe Nachricht, daß daſelbſt ſeit eini— gen Tagen, Mädchen von 14 bis 16 Jahren aus verſchiedenen Häuſern ab— handen kommen, ohne daß man bis jezt die mindeſte Spur von ihnen haben ſoll. Bereits ſollen über vierzig ſolcher Mäd— chen fehlen.(Die Theaterzeitung er— klärt die Sache für grundlos. Blos ein ſechszehnjähriges Mädchen geht ab. — Nach der von Adolf Neuſtadt ſo tüchtig redigirten„Vannoni 5 wäre Hr. Adolf Bäuerle der Verf. des überall mit ſo vielem Beifalle aufge nom— menen Luſtſpiels:„Roccoco“. Das über— raſcht uns, da wir immer die Frau v. Remekha zy als Verfaſſerin hiel— ten.— Nach demſelben Blatte ſoll der einſt berühmte Sänger Wild jezt in Berlin mißfallen u. ausgelacht werden. Das ſind die Wechſel fälle des Lebens! — Nach einer Nachricht aus Wien ſoll die ſeit 32 Jahren beſtehende Zeitſchrift: „der Sammler“ mit Ende dieſes Jah- res eingehen.— Pariſer Blätter ſprechen von dem bevorſtehenden Auftreten einer Dem. Heinefetter(wahrſcheinlich Clara) in der großen Oper, als Rachel in Ha— levys„Jädin.“— Fanny Elsler wird nach ihrer Rükkehr aus Amerika in Pa- ris in dem Ballette:„der hinkende Teu— fel“ auftreten.— Der berühmte Schau— ſpieler-Veteran Eslair iſt am 10. d. M.,
—
68 Jahr alt, in dem Dorfe Michlau bei Inſpruck geſtorben.
Lokal-Zeitung.
Theatraliſche s. Am 17. d. gab man auf der Peſther deutſchen Bühne zum erſten Male:„Clotilde Montalvi““, roman— tiſche Tragödie in s Akten von J. Firmenſch. Der Verf. iſt ein anerkannt guter Lyriker.— zum Dramatiſchen gehören noch andere Ele⸗ mente des Genies. Die ſchöne, blühende, bil— derreiche Sprache, in der aber wenig Origi⸗ nalität vorkommt, mag uns für die vielen Mängel nur ſchwach entſchädigen. Der Ver— faſſer ſcheint ſich mehr die neue franzöſiſche Schule zum Muſter genommen zu haben, u. darum jene Effekthaſcherei und Fülle von ſchauerlichen Szenen. Jedoch, ein poetiſches Gemüth iſt auch in ſeinen Verirrungen ſchoͤn, und ſelbſt die Erſtlingsprodukte der beſten deutſchen Dramaturgen entbehren jene klaſſi— ſche Charakteriſtit, welche ſie in ihren ſpätern Dichtungen offenbarten. Clotilde Montalvi, die Heldin des Stütes, erſcheint uns Anfangs als liebeathmende, ſich ganz hingebende Julia, ſpäter als gemuthsempörte, racheſchnaubende Medea u. am Schluſſe als eine zweite Jung— frau von Orleans, die mit Begeiſterung das Schwerdt ergreift, den Heldentod ſtirbt und durch ihren Tod die begangenen Irrthümer ihres Lebens ſühnt.— Mad. Kalis bewies in der Titelrolle, welch einer mächtigen Auffaf— ſung ihr tiefes Gefühl und ihre reiche Fanta— ſie fähig iſt. Doch konnen wir die Bemer— tung nicht unterdrüken, daß Mad. Kalis manchmal im Feuer eines lodernden Gefühles u. in den Ausbrüchen der Leidenſchaft die Gränzen der weiblichen Schönheit über ſchrei— tet. Möchte die verehrte Künſtlerin in dieſer Andeutung den aufrichtigen Wunſch erkennen wollen, um ihr großartiges herrliches Talent in ſeinem ganzen, unverkürzten Werthe ge— krönt zu ſehen.— Dem. Müller war heute, wie immer, durch ihre liebenswürdige Natür— lichteit und unbeſchreibliche Anmuth eine be⸗ zaubernde Erſcheinung.— Hr. Berg zeigte den reichbegabten, denkenden Schauſpieler.— Bei Hrn. Wagner vermißten wir das jugend⸗ liche Feuer, welches das erſte Erforderniß ei— nes Liebhabers iſt.— Die H. H. Dietrich, Poſinger, Echten füllten ihre Rollen gut aus. Die Tragödie erwarb ſich keine Thellnahme.
S ner.


