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ganz richtig iſt die Bemerkung, daß jun⸗ ge Mädchen künſtliche Korſets u. Ban⸗ dagen eben ſo wenig nöthig haben, als Knaben.— Ueber den auch in Peſth bekannten Schauſpieler Döring ſagt ein Referent:„Das jezt ſo allgemein ver— nachläſſigte Schauſpiel hat in ihm ei— nen würdigen Volksrepräſentanten, der nicht nur in der Kammer, ſondern auch im Salon zu Hauſe iſt, eine Eigenſchaft, die vielen ſeinen Kunſtgenoſſen auf den Brettern, wie auf dem Teppich oder dem Wollſak zu wünſchen wäre.“— Der berühmteſte Arzt Hannovers, der Ober— medizinalrath Stieglitz, iſt am 31. Okt. geſtorben.— In Lon don wurde eine Löwin von beſonderer Schönheit in ei— ner öffentlichen Auktion einem Juwe— lier von Cornhill, Namens Hyams, um 50 Pfd. St. zugeſchlagen.— Dr. Breniker in Berlin hat am 26. Okt. einen Kometen entdekt.— Das Dampf— ſchiff Caledonia hat die Ueberfahrt von Halifax in Neuſchottland(Amerika) nach Liverpool in eilf Tagen gemacht! Es verließ den genannten Hafen am 19ten Oktober.— Der Parmeſankäſe, welcher den Parmeſanern, Lodigianern und Pa— veſen jährlich einen Gewinn von wohl fünf Million. Zwanzigern abwirft, kam zuerſt unter Carl VIII. nach Frankreich. Auf ſeinem Zuge gegen Neapel lernte er dieſe Rieſenkäſe kennen und ſchikte einige an die Königin nach Paris, wo ſie bald allgemein beliebt wurden.— In einem italieniſchen Blatte lieſt man die gaſtronomiſche Nachricht, daß im Vi— centiniſchen an manchen Orten Fleder— mäuſe gegeſſen werden. ——
Wir erfahren ſo eben aus Wien, daß Frl. Henriette Carl am 10. d. M. die Antonina in„Beliſar“ als dritte Gaſtparthie im k. k. Hofopern— theater ſang u. darin vollſtändig reuſ—
ſirte. Sie ward glänzend empfangen, mit großem Veifalle überſchüttet u. meh— rere Male enthuſtaſtiſch gerufen. Im Finale des erſten Aktes übertönte ihre Stimme, Chor, Sänger und Orcheſter, und die Stelle der Schlußarie:„Ohne Hoffnung iſt meine Reue gc.“ machte wahrhafte Senſation. Man bewunderte ihre herrliche Methode, ihr Stimm— materiale, ihre Haltung, ihre Figur und ihr Spiel.— Dieſe eklatante Auf— nahme, gerade in einer Parthie, die das Paradepferd der Haſſelt iſt, gereicht dieſer Künſtlerin zur größten Ehre.— Ihre nächſte Parthie ſoll die Gräfin Reuterholm in der„Ballnacht“ ſein.
Lokal-Zeitung.
Theatraliſche 8. Die Kunſtrekter— geſellſchaft des Hrn. Dumos gab im Peſther deutſchen Theater am 11. d. eine Pantomime: „dle Räuber in den Abruzzen“, welche bei— läuſig geſagt zu dergleichen Zweken nur all— zuoft ausgebeutet wurden. Die Pan⸗ tomime machte zwar ein beſuchtes Haus, aber die Aufnahme wae ſehr matt.
— Im Nationaltheater erwarten wir eine intereſſante Novität. Es wird am 21. d. M., zum Vortheil des Hrn. Szentpetery, ein neues Luſtſpiel in drei Akten, betitelt: „Rosza““ von Sziglegeti gegeben werden, welches von der ungar. Akademie der Wiſ— ſenſchaften den erſten Prels erhielt.
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Das berühmte junge Kunſtgeſchwiſter Lewy aus Wlen iſt ſo eben in Peſth ange— kommen; Melanie, die reizende Harfe— niſtin, Karl, der Pianiſt und Richard, der kleine, herzige, unvergleichliche Waldhorniſt, „der Blaſeengel“, wie ihn Saphir nennt, werden nächſtens vereint ſich öffentlich hören laſſen, u. wir verſprechen allen Muſikfreun⸗ den die ſeltenſten Kunſtgenüſſe.
HMlodenbild. Uro. 47.
Parls, 1. Nov. Neueſte Wen⸗ teranzüge für Herren.
Herausgeber und Verleger Franz Wieſen.


