4 ,
S8 2 0 e e ö N eee
Der Spiegel
für Kunſt, Eleganz und Mode.
Dreizehnter Jahrgang.
Halbjähriger Preis à fl., mit Poſtverſendung 5 fl. Auf Velinpapler mit erſten Kupferabdrüken 5 fl. u. poſtfrei 6 fl. C. M.— Man pränumertrt im Kommiſſtonsamt zu Ofen Feſtung, außerhalb des Waſſerthors), in C. Millers u. J. Wagners Kunſthandl. in Peſth u. bel allen k. t. Poſtämtern.
91. Mittwoch, 11. November. 1840. — SS=—T—T»V— e (Beſchluß.)
„Der Himmel ſandte dich, meine Tochter,“ ſprach der tiefbewegte Krie— ger, indem er ſein Kind feſter ans Herz drükte,„um mir in meinen lezten Au— genbliken noch einen Vorgeſchmak ſeiner ewigen Freuden zu geben!... doch be— ſänftige deinen edlen Eifer; ich ſehe keinen Weg zur Befreiung, denn, wenn ich auch dieſen Kerker verlaſſe, wie werde ich aus Eſtella und vor Marotos Ra— che entweichen können?“—„Dieſer ehrwürdige Anzug, welcher mir die Thüre deines Gefängniſſes öſſnete, wird auch dir Eſtellas Thore öffnen, und Pater Marco bietet dir dazu ſeine Hilfe an.“—„Und du?“—„Mein kriegeriſches Kleid iſt dem deinigen gleich, ich will ſtatt deiner hier als Gefangener bleiben.“ —„Wie, und du könnteſt verlangen, daß ich mit Qualen kämpfend, die grö⸗ ßer ſind als der Tod, einen zweifachen Tod erleide? Laß ab von deinen Träu⸗ mereien! Die Sünden dieſes Landes dürfen nicht durch Jungfrauenblut geſühnt werden. Laß' mir die einzige Freude mit in's Grab nehmen, daß ich mein theu— res Kind geſund im kranken Vater lande zurükließ, dem es einſt ihm ähnliche


