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nen Lorbeerkranz warf. Mad. Kovacs mag wohl in einem andern Kunſt-Genre ausgezeichnet ſein, aber ihr heute einen Lorbeerkranz ſpenden, iſt wirklich Iro— nie! Zum Schluſſe tanzte Hr. Abeles ein ungariſches Pasdedeur mit Demoiſ— Steiner und ärnteten allgemeinen Bei— fall. Jo Son Wien. Man lieſt im„Wanderer“: Künftigen Sonntag(1. Novemb.) gibt Dem. Henr. Carl als zweite Gaſtrolle, die Donna Anna im„Don Juan“, wel— che ſie in Paris mit Rubini mit größ— ter Auszeichnung geſungen hatte. Dien— ſtag darauf erſcheint unſere liebenswür— dige Gaſtin als Gräfin Reuter holm, in der„Ballnacht“ Daſſelbe Blatt ſagt früher über die Norma der Dem. Carl unter Mehrerem auch Folgendes:„Am verfloſſenen Donnerſtag bereitete die un— ermüdete Adminiſtration dieſer Bühne den Opernfreunden einen intereſſanten Hochgenuß, der aus dem erſten Auf— tritt der überall gefeierten Geſſangs— künſtlerin, Dem. Henriette Carl be— ſtand. Die Vortrefflichkeit ihrer„Nor— ma“ iſt notoriſch bekannt, daher war die Wahl dieſer Parthie als erſtes De— but ein glüklicher Wurf. Dem. Hen⸗ riette Carl wurde von dem übervol— len Hauſe ſehr freundlich empfangen, und überraſchte allſogleich durch ihre im— poſante Geſtalt, durch die Würde und den Adel der Haltung War auch der Geſang des erſten großen Recitativs nicht mit jener vollen Sicherheit vorge— tragen, welche dieſes pathetiſche Ton⸗ ſtük erheiſcht, woran die auf ſo heißen Brettern verzeihliche Beklommenheit Schuld geweſen ſein mag, ſo wußte ſie in der unmittelbar darauffolgenden Ca— vatine durch herrlichen Vortrag, er— ſchütternde Kraft und impoſante Bra— vour ihre hohe Kunſtausbil dung ſieg— reich geltend zu machen. Die Stimme der Dem. Henr. Carl iſt ein hoher Sopran, ſchön, voll, modulationsfähig,
und hat einen ächt mekalliſchen Timbre. Der Umfang dieſer ſchönen Stimme iſt bedeutend, und ihre Hauptforce beſteht in der ſeltenen Stärke und dem Wohllaut der Bruſtſtimme, und dem äußerſt an— genehmen sotto voce. Was den Vor— trag betrifft, zeugte er von der höch— ſten Kunſtausbildung. Von großem In— tereſſe iſt ihre Darſtellungsweiſe; als Norma bewies ſie eine geiſtreiche Auf— faſſung, Tiefe und Wahrheit des Ge— fühles. Mit großem dramatiſchen Auf— wand ſang ſie den Fluch über Sever, und riß zur Bewunderung hin. Da ver⸗ einte ſich der Seherin gebrochenes Herz
mit überſchäumender Wuth, und dieſe
alternirten in dem impoſanten Vortrag und der großartigen Darſtellungsweiſe. Mit ſtaunenswerther Zartheit und un— ſäglicher Bravour ſang Dem. Carl die Cavatine. Sie wurde dreimal en- thuſtaſtiſch gerufen. Das Finale des erſten Aktes bot der Herrlichkeiten gar viele, u. veeſchaffte der geſchäzten Pri— madonna ein zweimaliges Hervorrufen nach dem Aktſchluſſe. Im zweiten Akt erpellirte Demoiſ. Carl beſonders im Duett mit Sever; im Kinder-Duett und im Finale. Wenn wir Dem. Carl jezt als eine der größten Repräſentan— tinen der Norma halten, ſo haben wir nicht zu viel geſagt. Die Aufnahme, welche ſie fand, war eine glänzende.“— Alle andern bedeutenden Wiener Blät— ter ſprechen ſich gleich günſtig aus.
Korreſpondenz.
Temeswar, 26. Okt. Endlich iſt unſere große Weltfrage, die ſeit ei— nem halben Jahre manigfaltigen Schwie— rigkeiten unterlag, thatſächlich entſchie— den. Herr Alexander Schmid, Direk— tor des Peſther und Fünfkirchner deut ſchen Theaters, begann vorgeſtern mit dem„Fabrikanten“ hier ſein drit⸗ tes Gouvernement. Wenn die engli⸗


