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— Hr. Stoll, der von ſeiner Krankheit geneſen, ſoll demnächſt auf der Peſther Büh— ne auftreten, u. man nennt die Oper„Bea— trice di Tenda“, in der er zuerſt erſcheinen wird. 5
— Benefiz.(Nationatheater.) Heute, Sonnabend, den 31. d., hat der verdienſt⸗ volle Balletmeiſter Herr Haſenhut ſeine Einnahme. Es wird eine muſikaliſche Atade— mie, unter Mitwirkung der ausgezeichneten Künſtler, der Damen Lendvay und Kovacs und der H. H. Vinzenz Adler, Fancy, Kohn und Schleſinger, dann eine neue Pantomime vom Beneſizlanten, unter Mitwirkung des Hrn. Abeles de. gegeben.
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Kaffehaus angelegenheiten.
Die Peſther Kaffeſieder ſollen, in Folge einer unter ſich gepflogenen Uebereintunft, nun wirklich entſchloſſen ſein, die Preiſe des Kaf⸗ fe's zu erhöhen. Die Freunde dieſes edlen Getränkes kommen alſo ſo ganz ex abrupto, ohne zu wiſſen weßhalb, zu einer höhern Be— ſteurung. Man ſagt allerdings, die Kaffe⸗ häuſer von heute haben größere Expenſen als die vor zwanzig Jahren; ſie ſind eleganter adjuſtirt, man hat mehrere Zeitungen und Journale, hin und wieder auch ſchöne Kaſſie— rerinen u. ſ. w.; ſehr wohl— aber da ſollte man ſich für alle dieſe Sehenswürdigkeiten Entree bezahlen laſſen.— Zu dieſer Neuerung fehlt aber wohl den Meiſten der Muth„ und dennoch ließe ſie ſich eher motiviren, als ein Aufſchlag auf die Getränke. Die Kaffehaus— beſucher, die nichts verzehren— und deren gibt es doch noch viele— genießen die Zei⸗ tungslekture, die ſchoͤne Belcuchtung, den Anblit der Malerei des plafonds und das Lächeln der Kaſſirerin gratis, während der wiekliche Konſument, der dem Wirth Nuzen bringt, alle dieſe Dinge apart bezahlen muß. Der Luxus in der Ausſtattung unſerer Kaffe⸗ häuſer bat allerdings uberhand genommen; aber weßhalb uberbiethet hiecln ein Kaffeſte— der den Andern? Doch wohl nur um Gä— ſte anzuloken. Gelingt ihm dies, ſo iſt ſein Lohn ahgetragen; aber die Gäſte würden ſich bedanken, wenn ſie wegen dieſes Luxuſſus ihre Getränke theurer bezahlen mußten. Und gibt es denn nicht jezt noch Kaffehaus-Lokalitäten in Peſth, die ſich ſelbſt vor 20 Jahren nicht den Vorwuef der Verſchwendung zugezogen
baben würden? Was berechtigt dieſe zu eil— ner Preiserhöhung? und was ſollte über— haupt dazu Veranlaſſung gegeben haben? Der Kaffe iſt nicht theuerer geworden, ſon— dern vielmehr im Preiſe ſehr gefallen.— Der Zuker iſt ebenfalls billiger denn je.— Milch und Obers haben die gewöhnlichen Preiſe und ſind ſo wäſſerig wie gewohnlich——, oder ſollten vielleicht 8 ich or ien-und Schweizer daffe im Preiſe geſtiegen ſein? Kann ſein—— aber, man wird doch nicht glauben——— Kurz, der ſchwarze und weiße Kaffe iſt darum theurer geworden, weil es die ganze Kaffeſieder-Innung ſo woll— te und weil mancher Kaffewirth, der täglich 500 Taſſen abſezt, täglich um 1000 Kreuzer oder jährlich um 6000 fl. mehr einnimmt. Das ſollten ſich die Hausherren, die Kaffehäuſer in ihren Häuſern haben, doch ein wenig ad notam nehmen.
Nachſchrüft. Wir vernehmen ſo eben, das ſich einige achtbare Kaffehaus-Inhaber noch immer weigern, der Preiserhöhungs-HKoalt— tion beizutreten. Mögen ſie dabei verharren; kein Gremium, keine Innung kann ſie dazu nöthigen. Das verbürgen wir.
1 B.
Benefiz.(peſth. Cirkus des Herrn Dumos.) Die ausgezeichnete Gunſt des Pu⸗ blikums, der ſich Adelaide und Kaul Hinme fortwährend erfreuen, läßt für heute, Samſtag, wo Beider Beneſtz-Vorſtel— lung ſtatt ſindet, eine zahlreiche, glänzende Berſammlung erwarten. Belde— Adelalde, ob ihrer liebenswürdigen Kunſtſertigteit,
Karl, ob ſeiner ſeltenen Reitertuhnheit, ja
Grotesquen-Virtuoſität, dürfen dieſer Hoff— nung um ſo ſicherer entgegen ſehen, als ſie die Gunſt des Publitums mit vollem Rechte ge— nießen, und heute Abends in ausgezeichneten Reiterſtüken zu brilliren Gelegenhelt haben.
Berichtigung. Im lezten Spiegel, Seite 694, Zeile 8, ſoll es„räch enden ſtatt„rührenden“ heißen.
Hlodenbild. Uro. 45.
Paris, 16. Okt. Seidenhüte. Ka f— tans von Cachemlr mit Franſen und Chenil— len geziert.
Herausgeber und Verleger Franz Wieſen.


