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nach dem veranſchlagten Plane, ſtatt auf 100 Millionen, auf eine halbe Mil⸗ liarde zu ſtehen kommen.— Als charak⸗ teriſtiſch wird angeführt: Die engliſche Königin tanzt gut, die ſpaniſche malt gut, die portugieſiſche ſchläft gut, und die franzöſiſche iſt(ißt?) gut.— Der Pfef— ferkuchen, den die Bäker von Danzig ih⸗ rem König überreichten, war fünf Fuß lang und zwei Fuß breit. Der Kuchen lag in einem Mahagonikaſten mit einer Glasthür verſehen.— Der Herzog von Beauford gilt jezt für den berühmteſten Löwen der engliſchen Faſhion, denn er iſt der würdigſte Repräſentant der eug— liſchen Modetollheiten u. waͤhnſinnigen Pferdeliebhaberei.— In Wien ſpricht man von der beabſichtigten Vermählung der Sängerin Jenny Lutzer mit dem Kapitän eines Dampfſchiffes.
Lokal-Zeitung.
Theatrallſches. Ein neues Luſt— ſpiel von der Prinzeſſin Amalie von Sachſen: „der Zögling“ hat auf der Peſther Bühne ziemlich angeſprochen. Es hat elne raſche Handlung und einen guten Dialog, oft mit gutem Wize ausgeſtattet. Die Aufführung war von Seiten der Damen Kalis und Muller und Hrn. Berg lobenswerth. Mad. Klim⸗ metſch beluſtigte ſehe auf ihre Weiſe.
Konzert⸗Anzeige.(Ofen.) Mon⸗ tag, den 19. d., im Ofner Theater: A b— ſchieds⸗Konzert des Herrn Franz Doppler, erſten Flötiſten, unter Mitwir— tung der Damen Baum und Lehmann, ſo wie des Hen. Hirſch vom Peſther Theater, welche, aus Gefälligkeit für den Konzertiſten, Opern⸗Szenen im Koſtüme auszuführen die Ehre haben werden.— Herr Kapellmeiſter Schindelmeiſſer, vom Peſther Theater, wird aus Gefälligkeit das Orcheſter dirigiren.— Der recht brave Konzertgeber, der von uns Abſchled nimmt, verdient eine um ſo reichli— chere Theilnahme, da er ſein Konzert derart ausſtattet, daß man einen ſeltenen Kunſtge— nuß vorausſezen darf.
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Die Kunſtreitergeſellſchaft des Hrn. Dumos unterhält das Publi— kum in geſteigertem Grade. Die zwekmäßlge Bauart des Cirkus(vom Hen. Zimmermelſter
Kaſſalik), die innere Dekorirung, die Be— leuchtung und die Arrangements des Herrn Adolf gewähren einen ſehr freundlichen An— blit, und die Mitglieder zeichnen ſich, jedes in ſeinem Fache, durch Meiſterſchaft aus.— Schon die erſten Manövers, angeführt von dem famöſen Karl, mit welchem die Produt— tionen gewöhnlich eröffnet werden, zeugen von der Kraft, der Gewandtheit u. der Gra— zie der Künſtler, ſo wie von der trefflichen Dreſſur der Pferde. Eine Zierde der Geſell— ſchaft iſt die Familie Hin ne. So wie die kleine Pauline durch die Liebllchteit ihree Haltung und ihrer Wendungen den Zuſchauer ergözt, ſo hat die beruͤhmte Adelaide eine Tournüre und eine Anmuth, eine Volubili— tät und eine Sicherbeit, die Alles in Erſtau— nen und Bewunderung verſezt. Ihe mißlingt nichts und ſie übt durch ihre bloße Er— ſcheinung einen beſondern Zauber aus.— Karl iſt ein grandioſer Reiter, ſeine Evo— lutionen ſind voll Effekt.— Hr. Hünne ent— wikelt eine überraſchende Kühnheit und eine Gewandtheit und verbindet damit ein jugend— liches Feuer.— Dieſem reihen ſich Na ut— mann und Huber würdig an.— Eine Perle der Geſellſchaft iſt Mad. Dum os. Sie führt piecen aus, die ſich beſſer ſehen, als beſchreiben laſſen. Ihre„Schule“ wird ſtets mit dem höchſten Intereſſe angeſehen.— Hr. Dumos iſt ein Künſtler ſeines Faches in höherer Bedeutung; in dieſen Attitüden, in dieſen Wendungen liegt Poeſie, und wir er— kennen in ihm den erſten Reiter des Fran— coniſchen Cirkus in Paris. Die Metamor— phoſen vollführt er mit einer faſt unbegreif— lichen Behendigkeit.— Die beiden Komiker: Wrowel und Johannowit ſch ſind ausgezelchnete Gymnaſtiter; die Parterreſtüke des Erſtern[(der auch ein guter Reiter iſt) und Kliſchniggiaden des Leztern ſind ſtaunens werth.— Wir verſprechen Jedem, der den Cirkus beſucht, die angenehmſte Unterhaltung. (Eingeſandt von— 30
Hlodenbild. Uro. 43.
Paris, 4. Okt. Zweite Herbſt⸗ anzügſe. 1. Ball- und Soiree Koeffüre. Mantel von Sammet.— 2. Hut von Gros des Indes mit Sammet eingefaßt. Ueberrok mit Poſamentlrarbeit aufgepuzt.
Herausgeber und Verleger Franz Wieſen.


