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mal aufgeſezt worden, gar ſelten etwas, oder doch immer nur wenig von dem übriggebliebenen wieder auf ſeiner Taſel erſchien, zog er ſein mat hematiſches In⸗ ſtrumentbeſtek aus der Taſche, maß den von dem erſt angeſchnittenen Käſe übrig⸗ gebliebenen Reſt in Abweſenheit ſeines Oberküchenmeiſters, und ſchrieb das Maß in ſeiner Schreibtafel auf. Nach einer Weile, da Herr Velten zum Abnehmen des Nachtiſches gekommen war, ſagte ihm der Kaiſer:Dieſer Limburger iſt be⸗ ſonders gut, und hat mir ſehr wohl geſchmekt; verwahre mir ihn, und gib Nie⸗ mand davon, denn ich will noch öfters von ihm eſſen. Dieſem Befehle zu Folge, kam derſelbe auch Tages darauf wieder beim Nachtiſche auf die Tafel; zum Un glüke des Oberküchenmeiſters aber kaum die Hälfte mehr ſo groß, als er Tages vorher war abgetragen worden. Dem Kaiſer fiel dieſe verminderte Größe ſogleich in die Augen; um ſich aber zu verſichern, daß ihn der Schein nicht täuſche, zog er ſeine Schreibtafel und ſeinen Maßſtab hervor, maß den Käſe, und befand, daß er faſt um die Hälfte der aufgezeichneten Größe abgenommen hätte. Er ließ alſo den Oberküchenmeiſter Velten rufen, und fragte ihn, wie es käme, daß der Käſe ſeit geſtern um ſo viel abgenommen habe? Herr Velten antwortete:das wüßte er nicht, er habe ihn nicht gegeſſen.Aber ich habe ihn gemeſſen! antwortete der Kaiſer, wies ihm die angezeichnete Größe in der Schreibtafel, und überzeugte ihn mit ſeinem Maßſtabe, daß beinahe die Hälfte von dem Tags vorher übergebliebenen Stüke mangelte. Se. Majeſtät fügten auch die Frage bei: ob ſie ihm nicht befohlen hätten, den Käſe für ſie zu verwahren? Ja, antwortete Velten,aber ich muß es vergeſſen haben.Warte! ſagte der Kaiſer,ich muß dir ein Denkzettel geben! ſtand vom Tiſche auf, ergriff ſein ſpaniſches Rohr, ſtrafte den Herrn Oberküchenmeiſter damit ab, ſezte ſich dann wieder zu ſeinen Tiſchgenoſſen und mit aller Gelaſſenheit bei einem Gläschen Eremitagewein von ſeinem Limburger Käſe, der nachmals noch etliche Tage, bis auf den lezten Viſſen, beim Nachtiſche erſchien.

Dies erzählt der Kammerherr von Drevnick, Veltens Schwiegerſohn, in ſeinem Tagebuche. A. Bode.

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Chineſiſche Sittenſtrenge.

Der Opiumkrieg bildet ſchon ſeit einem Jahre in den Zeitungen ein be⸗ liebtes Thema; wic aber bewundern die Chineſen ihren brittiſchen Feinden gegen über und ſtellen ſie hoch über die chriſtlichen, ziviliſirten Engländer. In All em, was die Chineſen in dieſer Hinſicht thaten und verordneten, beweiſt ſich eine ſchöne Humanität und Sittlichkeit. Sie haben Strenge für ſich ſelbſt und Humanität für Andere. Wie ſittenſtreng aber die Chineſen ſind, geht aus einem Ereigniß hervor, von dem der Bericht unlängſt zu uns kam. Ein Ehepaar erſchlug die Mutter des Mannes. Beide wurden hingerichtet; die Mutter der Frau gepeitſcht, obgleich ſie völlig unſchuldig war, blos weil ſie eine ſolche Tochter geboren; das Haus, in welchem das Verbrechen begangen war, dem Boden gleich gemacht und der ganze Bezirk feierlich verflucht. Alle Studirenden, die ihm angehörten, wur⸗ den degradirt und die Veamten abgeſezt und verbannt. Dies iſt gewiß zu ſtreng und unſinnig, aber ſicher verdient das Volk, das gegen ſich ſelbſt ſo hart ver⸗ fährt, um ſo mehr Achtung in dem Streite über das Opium.