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Der Spiegel
für Kunſt, Eleganz und Mode.
Dreizehnter Jahrgang.
Halbjähriger Preis à fl., mit Poſtverſendung 5 fl. Auf Velinpapler mlt erſten Kupferabdrüken 5 fl. u. poſtfrei 6 fl. C. M.— Man pränumerirt im Kommiſſionsamt eu Ofen Feſtung, außerhalb des Waſferthors), in C. Millers u. J. Wagners Kunſthandl. in Peſth u. bel allen k.k. Poſtämtern.
79. Mittwoch, 30. September. 1840. — 5——
Geſchichte einer Schnupftabaksdoſe. (Beſchluß.)
Fünfzehn Jahre vergingen, ich war in Militärdienſte getreten, der eben ausgebrochene Krieg gab mir vollauf zu thun. Nicht weit von den Grenzen mei⸗ nes Vaterlandes wurde eine bedeutende Schlacht geliefert; unſere Partei ſiegte, wir zählten jedoch viele Verwundete. Unter den Leztern war auch ich, eine Ku— gel hatte meinen Arm getroffen; ich mußte mich einer gefährlichen Operation unterziehen, die jedoch glükte. Ich blieb einige Stunden vom Hauptquartier entfernt in einem Dorfe, wo man mich auf's Beſte verpflegte. Eines Abends, als ich an dem kleinen, mit Epheu behangenen Fenſter im Stuhle ſize, ſehe ich einen Trupp Soldaten, die einen Gefangenen in ihrer Mitte führen. Ich rufe an und erfahre, daß ſie einen Deſerteur dem Kriegsgerichte zu übergeben im Be⸗ griff ſeien. Ein Vorfall dieſer Art war nichts Seltenes, und ich wollte mich eben gleichgiltig abwenden, als mein hinſtreifender Blik auch den jungen Sträf⸗ ling trifft, und ich Züge erſchaue, die mir bekannt ſind. In dieſem Augenbik ſtürzt der Jüngling zu mir an's Fenſter und fleht mich an, ihn zu retten. Es iſt der Sohn meines Andreas. Ich fragte ihn, was ihn zu dieſem Fehltritt *


