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keiten unterblieb einſtweilen die Aus⸗ fertigung des Ehrenbürgerbriefes.“— Hr. Direktor Carl in Wien hat bei der von ihm ausgeſchriebenen Konkurrenz für das beſte Volksſtük die H. H. Adolf Bäuerle, M. G. Saphir und Emanuel Straube zu Preisrichtern ernannt, und dieſe Herren haben dieſes wahrlich nicht ſehr beneidenswerthe Geſchäft angenom— men. Guten Appetit zur Lektüre von fünfundvierzig Preisſtük-Manuſkripten!
Lokal-Zeitung.
Theatraliſches. Die Athleten-Ge— brüder Graffina, aus Franconis Cirkus in Paris, produzirten ſich am 24. d. zum erſten Male im Peſther deutſchen Theater. Die Lei— ſtungen dieſer Gymnaſtiker gehen an's unge— wöhnliche und Außerordentliche. Vieles, be— ſonders der Form nach, war hier noch nle geſehen und das Schlußſtük mit der Bouteille iſt wahrhaft koloſſal. Großer Beifall.
— Fräulein Charlotte von Hagn erhält für jede Gaſtrolle in Peſth 40 Stüt Dukaten in Gold.
— Der vortheilhaft bekannte Baſſiſt Hr. ullram aus Dresden gedenkt im Oktober in Peſth elnzutreffen.
— Der Tenoriſt Herr Stoll iſt hier an— gekommen.
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Die öffentliche prüfung der erſten iſraelitiſchen Kleinkin⸗ derbe wahranſtalt fand am 21. d. M. Statt, und dieſe treffliche, gemeinnüzige An— ſtalt entfaltete vor einem hochſtverehrlichen Auditorium, im Beiſein Sr. Hochwohlgebo— ren des ſubſtituirenden Herrn Schulraths und Bürgermeiſters, des Herrn Magiſtratsraths von Damjanovich, ihr ſegenreiches Gedeihen. Die muſterhafte Umſicht der Herren Engler und Weiß, als Leiter und Lehrer dieſer Anſtalt, erregte Bewunderung. Drei- bis vier— jährige Pfleglinge überraſchten durch treffende Antworten auf faſt alle nach den Prinzipien der Lancaſtriſchen Methode, an ſie gerichteten Fragen. Die Art und Weiſe dleſes Fragens und Antwortens zeugt, daß Hr. Engler ſei—
nem Fache gewachſen, und reich an pädage— giſchen und pſychologiſchen Erfahrungen ſein müſſe.— Mehr als dieſes jedoch ward die Liebe der zarten Pfleglinge zu ihren väterli— chen Lehrern bewundert, und es ſchien, als beſäßen dieſe eine Zauberkraft, die Kinder zu feſſeln. Elin pädagog. ——
Muſikaliſches. Dem Vernehmen nach wird uns die Künſtlerfamilie Lö wey aus Wien, welche bereits vor fünf Jah— ren ſo vielen und warmen Beifalles ſich hier erfreuten, zu Ende des nächſten Monates mit einem Kunſtausfluge nach Peſth erfreuen.— Welch ausgezeichneter Virtuoſe auf dem Wald— horne das Famillenhaupt, Vater Lö wy iſt, iſt allbekannt; die rieſigen Fortſchritte aber, welche ſeine kindlichen Kunſtgenoſſen, der mun— tere, berzige Richard auf ſeinem Hyons— Hörnchen, der auch als Kompoſiteur vlelver— ſprechende Karl auf dem Klaviere, und vor Allem die intereſſante, poetiſche Melanin auf der königlichen Harfe gemacht, werden hier gewiß dieſelbe höchſt ſchmeichelhafte An⸗ erkennung ſinden, welche ihnen allenthalben auf ihrer jüngſten, großen Kunſtreiſe in ſo reichem Maße zu Theil wurde.
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Der bekannte Impro viſatos Hr. Andreas v. Brechtenberg gibt heute, Sonnabend, Abends, zwiſchen 9 bis 11 Uéhr, ſeine lezte improviſatoriſche Abend unterhaltung im Wurmhof-Kaffehauſe, wozu alle Freunde und Liebhaber dieſer Kunſt ein— geladen werden.
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Die Kunſtreitergeſellſchaft des Hrn. Dumos wird in dem ganz neu hergeſtellten ganz gedetten Cirkus künf— tige Woche ihre Vorſtellungen und zwar bei brillanter Beleuchtung wieder beginnen. Es werden täglich, mit Ausnahme am Mittwoche und Freitage, Produktlonen ſtattfinden.
Modenbild. Uro. 40. paris, 13. Sept. 1. Kapote v. Kreyp mit Balſaminen geziert. Foulardkleld.— 2. Hut von Poult de Sole. Kleld von glacir⸗ tem Moire.
Herausgeber und Verleger Franz Wieſen—
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