für Kun ſt, Eleganz und Mode.

Dreizehnter Jahrgang.

Halbjähriger Preis a fl., mit Poſtverzendung 5 fl. Auf Velinpapfer mit erſten Kupferabdrüken 5 fl. u. poſtſrei 6 fl. C. M.Man präanumerirt im Kommiſſtonsamt zu Ofen Feſtung, außerhalb

des Waſſerthors), in C. Millers u. J. Wagners Kunſthandl. in Peſth u. ber allen t. t. Poſtämtern. 77. Mittwoch, 23. September. 1840. sade

Geſchichte einer Schnurflabaksdoſe* Von Auguſt Freiherrn v. Sternberg.

Mein guter alter Oheim, der mich als Waiſe in ſein Haus genommen und mir jezt ein anſehnliches Vermögen hinterlaſſen hatte, war ſchon ſeit drei Mo naten todt, und noch wagte ich es nicht, während ich doch die übrige Verlaſſen⸗ ſchaft ſchon in Beſiz genommen, eine gewiſſe, mit Schildkröte eingelegte und mit Sitberbeſchlägen prunkende Kiſte zu öffnen, in der kleine Andenken und beſou⸗ ders liebe Erinnerungszeichen vom Alten aufbewahrt wurden. Ich wußte daß mir dieſe Sachen eine traurige Stunde bereiten würden, denn mein Onkel liebte es, dann und wann Geſchichten zu erzählen, und immer öffnete er dann die Kiſte und brachte eine Kette, einen Ring oder etwas dergleichen hervor, was die Geſchichte erläuterte und in meiner leicht erregten Phantaſie einen tiefen Ein⸗ druk hinterließ. Er nannte dies: auf das Gemüth der jungen Leute wirken. In der That, eine nakte Moral hätte nie dieſen Eindruk auf mich gemacht; ich hätte jede Moral vergeſſen, denn ich war damals leichtſinnig, gerade wie mein

) Morgenblatt.