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Selbſtbewegung erfunden v. damit be reits recht erfreuliche Verſuche gemacht baben. Auch ſagt man, daß der Herr de. Klaproth ſeine ſchöne Unternehmung baldigſt zur Ausführung bringen wird. Bei einem Feſtmahle zu Breiſach, das am 29. Auguſt zur Feier des Ge burtstages des Großherzogs ſtatt fand, wurde dies jähriger, aus einem Reb⸗ berg gekelterter Wein getrunken.

Lokal-Zeitung.

Theatraliſches. Beatrice di Tenda war die 19. Opernvorſtellung unſerer italieni ſchen Gäſte. Die Produktion gebort zu den gelungeneren dieſer Geſellſchaft und das Pu blitum, das ſich troz der äußerſt üblen Witte rung, doch ziemlich zahlreich einfand, nahm Vieles gut auf und lleß ſich manches wieder holen. Der Tenoriſt Bonſigli zeigte ſich ſchon viel gewandter und kräftiger und wir können ihm eine ſchöne Zukunft prognoſtlziren. Sgra. Mazza(Beatrice) that Alles was ihren Mit- teln möglich war; ihr Vortrag war aber voll Gefühl und Ausdruk und beurkundete neuer dings ihre herrliche Methode. Auch Sonra. Caſſiani war ſehr verdlenſtlich.

Mad. Schodel, von ihrer Reiſe nach Siebenbürgen zurütgetehrt, trat am 17. d. in der Oper:Marino Faliero im Natio⸗ naltheater auf, u. ward rauſchend empfangen.

Dem. Hagn ward geſtern hler erwartet.

Der ungar. Nationaltänzer Veſzter Sandor, der in Frankrelch ſo viel Aufſehen machte, iſt nun in Deutſchland auch als deutſcher Schauſpieler mit Glütk aufgetreten. Er hat in Mannhelm als Rent⸗ heim imAlpenröslein ſehr gefallen. Be⸗ ſonderes Aufſehen erregte er in Wlesbaden, wo er den Zigeunerhauptmann inPräcioſa gab und ſeine Zigeunermuſikbande und ſeine Tänzergeſellſchaft mitwirkten. Veſzter Sandor wird jezt in Wlen erwartet.

Herr Cucchlani und ſeine ge⸗ lehrten Vögel. Herr Cucchiani und ſeine gelehrten Vögel, die ſelt einiger Zeit in den Speiſeſälen des hiefigen Redoutenſales die Aufmertſamteit des publitums auf ſich ziehen, verdienen dieſelbe, als eine außeror⸗

dentliche Merkwfedigkelt in hohem Grade. Die Vögel des Hrn. Cucchiani vollführen in 5 der That ſolche wahrhafte Wunderdinge, und zwar mit einer Leichtigkelt, einer Präziſion, mit einer Grazie möchten wir ſagen, daß man durchaus nicht begrelfen kann, wie es mög lich war, ſolch großen Verſtand ſolch kleinem Gehirne beizubringen. Man muß dieſe Pro duktlonen ſehen, um dieſem wunderbaren Akt von Geduld und Achtſamkeit in der Abrichtung von Thierchen, die ſo ſehr von der menſchll⸗ chen Geſtaltung abweichen, Glauben beimeſſen zu können. Die kleinen gefiederten Kunſtler, vier an der Zahl, ſind aber nicht nur fertige Rechenmeiſter, Schriftſezer, Kartenſpieler de., ſondern auch Wahrſager, Eskamoteurs und Schwarzkünſtler und produziren Euch Stut⸗ chen, die Döbler und Bosco zur Ehee gerei⸗ chen würden. Aber ſie haben auch an Herrn Cucchiani einen Herrn und Meiſter, der das Hocuspocus aus dem Fundament verſteht. Herr Cucchiani produzlirt nämlich ſelbſt Tafelkunſt⸗ ſtüte, die ſtaunenerregend ſind, und die nur an jene des berühmten Tonus erinnern. Unter ſeinen vielen Produktionen erwähnen wir nur das berühmte Stük,dleutrag⸗ bare Münzpräg es genannt, welche nach Wunſch das Silber in Gold verwandelt, u. die Sache iſt um ſo wunderbarer, da der Kunſt? ler hier keine Hand im Spiele hat, ſondern ö die Eskamotirung geſchieht einzig und aue in des Zuſchauers Händen. Ganz unergrund⸗ lich iſt auch der wagiſche Tanz kleiner Figu⸗ ren aus Pappe. Dieſe bewegen ſich frei, ohne irgend eine mechaniſche Verbindung auf der bloßen Erde und tanzen die ergözlichſten 5 Charattertänze nach dem Takte der Muſik. Wir empfehlen daher dleſe Produktionen, als hier in ſolcher Vollkommenheit noch nie geſehen, u. garantiren Jedermann eine höchſt vergnügte Stunde. Die Produktionen ſinden Statt um halb 1, um halb 4, und um halb 6 Uhr Nachmittags.

Modenbild. Uro. 39.

Paris, 6. Sept. 1. Kapote von Gros des Indes mit gleichfarbigen Reiherfedern gezlert. Kleid von ſtrohgelber Grenadine mit weißen Spizen geziert. 2. Hut von Gros des Indes. Kleid von lichtem Mouſſelin, über einem blauen Unterkleid von Poult de Sole.

Herausgeber und Verleger Franz Wieſen.