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er piegel
für Kunſt, Eleganz und Mode.
Dreizehnter Jahrgaug.
Halbjähriger Preis 4 fl., mit Poſtverſendung 5 fl. Auf Vellnpapter mit erſten Kupferabdrüken 5 fl. u. poſtfrei 6 fl. C. M.— Man pränumerirt im ommiſſtonsamt zu Ofen Feſtung, außerhalb des Waſſerthors), in C. Millers u. J. Wagners Kunſthandl. in Peſth u. bel allen t. t. Poſtamtern.
73. Mittwoch, 9. September. 1840.
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Am Uuordpo le.
Nach dem Franzöſiſchen aus dem eben erſchienenen 5. Bande des Neiſewerkes von Jaques Arago.
„Holla! Achtung! Achtung!“... Und am Bugſpriet, im Maſtkorbe wie auf den Verſchanzungen wacht das ſcharfe Auge des Matroſen; faſt alle Se— gel ſind eingerefft und langſam ſchleicht das Schiff durch die Riffe dahin. Die ſignaliſirten Riffe ſind Eisbänke, ſcharfkantig, bedrohlich; der Wallfiſch fahrer, welcher ihnen zu nahe kommt, iſt verloren! Die kupferbeſchlagenen Planken brechen wie Strohhalme zuſammen, das Schiff verſinkt, die Mannſchaft iſt des Todes ehe ſie ſich's verſieht und ihcen fernen Lieben kommt nimmer Kunde von dem grauſen Höllenſchlunde, der ſie verſchlang. Ein Schiffbruch in den Polar—⸗ meeren iſt das Schreklichſte der Schreken. Selbſt wem es gelang, fich mit heiler Haut in einem Boote zu retten und Land zu erreichen, dem droht ein noch furchtbarerer Feind als Waſſerwogen und Eis zaken: er lauert gierig auf das Fleiſch, nach welchem er lange gegiert, auf das Blut, nach welchem er lange gedürſtet hat— dieſer Feind iſt der Eisbär.


