Jahrgang 
Band 2 (1840)
Seite
580
 
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rin furore. Es iſt dies Mad. Marai, von Geburt eine Deutſche, die aber in Italien Ausbildung erhielt. Das neue Opernhaus in Paris, das brillant im Rococo-Geſchmak reſtaurirt wurde, bat einen Vorhang, worauf Ludwig XIV., umgeben von ausgezeichneten Per⸗ ſonen ſeines Reiches, als er eben das erſte Privilegium dieſes Theaters un⸗ terzeichnet, meiſterlich dargeſtellt iſt. Emir Paſcha, ein wiſſenſchaftlich gebil deter Türke, welcher ſich längere Zeit in Paris aufhielt, und ein Werk über die Kongreviſchen Raketen geſchrieben hat, macht jezt im Auftrage der Pforte eine Reiſe durch Frankreich, Belgien, Holland, Deutſchland und Ungarn, um die Unterrichtsanſtalten dieſer Länder kennen zu lernen. Wahrſcheinlich wird er nach ſeiner Rükkehr in Konſtantino pel Miniſter des öffentlichen Unterrich tes werden. Die gelehrte Welt hat einen großen Verluſt durch den am J. d. M. zu Athen erfolgten Tod. des be rühmten Archäologen, Ottfried Müller, Profeſſors an der Univerſität zu Göt tingen, erlitten. Ein Einwohner von Rosnieres, im Maas departement wollte, neulich den Honig aus ſeinem Bienen ſtande ſammeln, verſäumte aber, die gewöhnliche Geſichtsmaske anzulegen, alsbald ſtürzte ſich der ganze Schwarm auf ihn, und in zehn Minuten war er todt geſtochen. In der Berl. Zeitung lieſt man folgende Anzeige:Kennſt Du das Land? Ein Herr, der mit ſeiner Frau zu Ende d. M. nach Ita lien reiſt, ſucht gebildete Reiſegeſell ſchaft u. ſ. w. Huerte, der berühm te Guitarriſt, der eben ſo viele Noten in einer Sekunde herunterſpielt, als er Cigaretten des Tages raucht, iſt von Paris nach Baden-Baden gereiſt. Ein engliſches Sprüchwort ſagt:Werft einen Menſchen in's Meer, und wenn

er Glük hat, ſo wird er reich heraus gezogen. Dies bewährte ſich neulich an Einem, Ramens Sharp, der im Jahre 1819 von Lincoln auf zwanzig Jahre nach Neu⸗Süd⸗Wales deportirt worden war, und nun mit einem ungeheuern Vermögen, nach überſtandener Straf zeit, in ſeine Vaterſtadt zurükgekehrt iſt. So wandeln ſich die Schikſale der Menſchen! Der berühmte Tenor Ru bini, von dem es früher hieß, er wolle nur unter der Vedingung in Paris blei ben, wenn er das Legionskreuz erhiel⸗ te, hat ſich nun doch wieder auf 3 Sai ſons bei der italieniſchen Oper engagi ren laſſen.Rußland bemerkt da zu ein Journal wird ſich nun ohne Rubini behelfen müſſen. Diesmal haben auch wir unſern Vertrag ohne Rußlands Mitwirkung abgeſchloſſen; das iſt die erſte[ Revanche für den Londoner Ver trag.

Lokal-Zeitung.

Der Dampfſchüfffahrt auf der Donau ſtehen bedeutende Verbeſſerungen und Erleichterungen bevor. Schon in dieſem Mo⸗ nat ſinden die Fahrten zwiſchen Wien und peſth und zurük jeden andern Tag ſtatt, und für das künftige Jahr werden auf dieſer Li. nie tägliche Fahrten vorbereitet. Auch hofft man auf eine Herabſezung des Tarlfes, was für das Publikum, wie für die Aktiengeſell⸗ ſchaft, von unberechenbarem Nuzen ſeln dürf⸗ te. Noch wäre zu wünſchen, daß man auf den Booten durch ermäßigte Spelſen- und Weintarife etwas mehr erinnert würde, daß man in dem geſegneten Ungarn reiſe.

Modenbild. Uro. 37. Paris, 23. Aug. Italleniſche Stroh⸗ hüte mit Federn. Kleid v. Tartalan mit Handſtiterei. Spenzer von Sammet. Chemi- ſetten mit Spizen garnirt. Schärpe von wei⸗ ßem Cachemlir.

Herausgeber und Verleger Franz Wieſen.