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lungen des Herrn Stoll die drükende
Schwüle eines Eramens, welches gleich— ſam unſere Dilettanti mit ihm anſtel— len, entfernt ſieht. Jedenfalls kommt zu den äußern Schwierigkeiten, die man würdigen muß, noch die innere hinzu, daß Herr Stoll viel zu viel Energie und Gewiſſenhaftigkeit auf ſein Spiel verwandte. Sänger ſollten hier eine Gränze ziehen; denn wir denken uns wenigſtens, daß bei einer ſo eminent durchdachten, geiſtvollen Charakteriſtik, wie ſie Herr Stoll von dieſem Eleazar gab, wenig Kraft für den eigentlichen Geſang übrig bleiben kann. Nichtsdeſto— weniger drang Herr Stoll durch und wurde zweimal gerufen.“
Mignon Zeitung.
Bonn. Der berühmte Klaviervir— tuoſe Franz Liszt, welcher hier am 12. Auguſt ein Konzert gab, und wie über— all großen und verdienten Beifall ern— tete, hat die Summe von zehntau— ſend Franks angewieſen, damit das Beethoven-Denkmal, hier in der Va— terſtadt des Komponiſten, bald errichtet werden könne. Man ſammelte bekannt— lich ſchon lange für daſſelbe, ohne daß die erforderlichen Gelder zuſammen ge— bracht worden wären. Liszt hat ſich weiter anheiſchig gemacht, jene Summe von 10,000 Franks zu verdoppeln, falls es nöthig ſein ſollte, ja er hat erklärt, die geſammten Koſten beſtreiten zu wollen, welche überhaupt noch erfor— derlich ſind.(Mit dieſen Summen ließe ſich indeſſen etwas der Menſchheit weit Nüzlicheres anfangen, als einen Stein⸗ baufen zu errichten, der unmöglich ſo unſterblich ſein kann, als das 1 des großen Todten!)
Etwas von Allem. Nach einem Berichte in der„Zeitung für die eleg.
* Welt“, erſcheinen in Ungarn fünf—
N
zig ungariſche Zeitungen wovon in Peſth allein zwanzig. Wir hätten gewünſcht, daß uns der gut unterrich— tete Berichterſtatter dieſe Zeitungen na— mentlich angeführt hätte.— Ganz Ruß⸗ land(mit 60,000,000 Einwohnern) hat ſechs Univerſitäten mit 2465 Studen— ten, etwa noch ein Mal ſo viel als Peſth allein.— In Malta wird ein Erzie— hungs- und Bildungs-Inſtitut für los⸗ gekaufte Negerknaben errichtet.— Der durch ſeinen längern Aufenthalt in Peſth hier bekannte junge Pianiſt Lacombe, hat am 12. Auguſt zu Paris bei Hofe geſpielt und der König gab ihm ſeine volle Zufriedenheit auf die ſchmeichel—⸗ hafteſte Weiſe zu erkennen.— In dem Landſtädtchen Gefrees, vier Stunden von Baireuth, ſind am 11. Aug. zwei Häuſer abgebrannt, wobei nicht weni— ger als acht Kinder verbrannten, die allein ohne Aufſicht waren. Errichtet Kleinkinderbewahranſtalten! Dem. Peroni, eine Schauſpielerin, die man in Veſth wenig beachtete, macht in Braunſchweig ungemeine Senſation; die dortigen Rezenſenten ſtellen ſie über die Hagn!!— Ein müſſiger Kopf berech— nete, daß einem mittelmäßig bärtigen Manne, der 70 Jahr alt geworden, nach und nach über 18 Fuß Bart abge— nommen wurde.— Wie es ſcheint, iſt der alte Veſuv mit der Beſeitigung der Schwefelfrage nicht zufrieden, denn er fängt an, Feuer u. Flammen zu ſpeien, was eben keine Freude verräth.— Daß die Staatspapiere in Paris vor einigen Tagen im Kourſe fielen, veranlaßt den Charivari zu folgender Bemerkung: „Die alten Römer boten die Ländereien feil, auf denen feindliche Heere ſtan— den; in Frankreich ſchlagen die Börſen— männer beim erſten Gerüchte von der Möglichkeit eines Krieges ihre eigenen Staatsfonds los. Andere Zeiten, an⸗ dere Sitten!“— Große Trauer herrſcht im Pankeelande(Nordamerika) denn


