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Der Spiegel
für Run ſt, Eleganz und Mode.
Dreizehuter Jahrgang. Halbjähriger preis à fl., mlt Poſtverſendung 5 fl. Auf Velinpapler mit erſten Kupferabdrüken
3 fl. u. poſtfrei 6 fl. C. M.— Man pränumerirt im Kommiſſlonsamt zu Ofen(Feſtung, außerhalb des Waſſerthors), in C. Millers u. J. Wagners Kunſthandl. in Peſth u. bel allen k.k. Poſtämtern.
68. Sonnabend, 22. Auguſt. 840.
Die unerwartete Heirath.
Es war Mitternacht. Sarah hatte ihr Tagewerk verrichtet, die Fenſter— vorhänge waren herabgelaſſen, das Vorzellain eingeſchloſſen. Sie bereitete in ihrem Schlafgemach Alles vor, um ſich von den Mühen des, Tages zu erholen. Das Haus ihrer Herrſchaft lag mitten in einer der größten Straßen des nörd— lichen Englands. Sarah ſang ſich ein luſtiges Lied vor, welches das Toſen des Windes übertönte; und dachte dabei neid- und arglos an das Glük ihrer Her— rin, die ihr außer ihrem Lohne ein anſehnliches Geſchenk und ein gutes Zeugniß gegeben hatte, womit ſie leicht eine neue Stelle finden konnte. Plözlich öffnete ſich eine Tapete, und ein wohlgebauter, geſchmak voll gekleideter junger Mann ſteht vor der erſchrokenen Dienerin.„O Himmel! mein Gott, Mitleid— ich bitte, tödten Sie mich nicht!““—„Alles iſt verrathen, mein gutes Kind! Sage deiner Herrin, ſage Miſtriß Stampſon, Lord Melmort ſei hier.“—„Lord Mel— mort! Lord Melmort!“ ſprach Sarah noch immer zitternd;„Sie ſind alſo kein—“—„Was, mein Kind?“—„Kein Dieb?“— Der Lord lachte laut auf und zog eine Börſe aus der Taſche, aus deren Nezwerk die blanken Guineen hervorleuchteten.—„Ein Dieb, nein, mein Kind. Ich komme durch eine geheime


